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Auswärtiges

Einsatz der Bundeswehr im Irak

Der Bundestag hat am Freitag, 27. September 2024, über die Fortsetzung des Bundeswehreinsatzes im Irak beraten. Die Bundesregierung hat dazu einen Antrag mit dem Titel „Fortsetzung des Einsatzes bewaffneter deutscher Streitkräfte – Stabilisierung sichern, Wiedererstarken des IS verhindern, Versöhnung in Irak fördern“ (20/12893(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) vorgelegt. Der Antrag wurde im Anschluss der Debatte an die Ausschüsse überwiesen. Die Federführung bei den weiteren Beratungen hat der Auswärtige Ausschuss übernommen. 

Antrag der Bundesregierung

Vorgesehen ist demnach die Entsendung von wie bisher bis zu 500 Bundeswehrsoldaten, die die regulären irakischen Streit- und Sicherheitskräfte ausbilden und beraten und unter anderem Aufgaben wie Lufttransport, See- und Luftraumüberwachung sowie Aufklärung und Lagebilderstellung übernehmen sollen. Wie die Bundesregierung schreibt, bleibe der Kampf gegen die Bedrohung durch den IS eine zentrale Herausforderung für den Irak. Eine weiterhin teils unklare Sicherheitsverantwortung in den zwischen der irakischen Zentralregierung und der Region Kurdistan-Irak umstrittenen Gebieten ermögliche es dem territorial weitestgehend eingehegten IS, sich Rückzugsräume zu sichern und zu erhalten. „Mit asymmetrischen Mitteln und Methoden führt IS seinen Kampf fort und besitzt weiterhin die Fähigkeit und den Willen, Anschläge in Irak, Syrien, Europa und Afrika sowie darüber hinaus zu verüben.“

Der deutsche Beitrag zum Fähigkeitsaufbau der regulären irakischen Streit- und Sicherheitskräfte sowie dazugehörige Unterstützungsleistungen werden den Angaben zufolge sowohl im Rahmen des Nato-Engagements im Irak als auch im Rahmen der internationalen Anti-IS-Koalition (Operation Inherent Resolve) oder einer dieser Operation nachfolgenden Sicherheitskooperation erbracht. Völkerrechtliche Grundlage ist die Zustimmung der irakischen Regierung, die darüber hinausgehenden Beiträge dienen der Unterstützung des Iraks, der internationalen Anti-IS-Koalition und der regionalen Partner in ihrem Kampf gegen IS im Rahmen der einschlägigen Resolutionen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen sowie auf Grundlage des Artikels 51 der Charta der Vereinten Nationen, schreibt die Bundesregierung. Die einsatzbedingten Zusatzausgaben für den Zeitraum des Mandats vom 1. November 2024 bis 31. Januar 2026 werden auf voraussichtlich 104,4 Millionen Euro beziffert. (hau/ahe/27.09.2024)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Göring-Eckardt, Katrin

Bundestagsvizepräsidentin

Katrin Göring-Eckardt

Katrin Göring-Eckardt

© Katrin Göring-Eckardt/ Laurence Chaperon

Pistorius, Boris

Bundesminister der Verteidigung

Boris Pistorius

Boris Pistorius

© Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport

Winkler, Tobias

CDU/CSU

Tobias Winkler

Tobias Winkler

© Klaus Gruber / www.dolphinphotography.de/Klaus Gruber

Lucks, Max

Bündnis 90/Die Grünen

Max Lucks

Max Lucks

© Dominik Butzmann

Wundrak, Joachim

AfD

Joachim Wundrak

Joachim Wundrak

© Joachim Wundrak/privat

Lechte, Ulrich

FDP

Ulrich Lechte

Ulrich Lechte

© Ulrich Lechte/Petra Homeier

Mayer-Lay, Volker

CDU/CSU

Volker Mayer-Lay

Volker Mayer-Lay

© Volker Mayer-Lay/Tobias Koch

Schmid, Dr. Nils

SPD

Dr. Nils Schmid

Dr. Nils Schmid

© SPD/Susie Knoll

Akbulut, Gökay

Gruppe Die Linke

Gökay Akbulut

Gökay Akbulut

© Gökay Akbulut/Thommy Mardo

Nanni, Sara

Bündnis 90/Die Grünen

Sara Nanni

Sara Nanni

© Sara Nanni/ Anne Hufnagel

Dagdelen, Sevim

Gruppe BSW

Sevim Dağdelen

Sevim Dağdelen

© DBT / Inga Haar

Göring-Eckardt, Katrin

Bundestagsvizepräsidentin

Katrin Göring-Eckardt

Katrin Göring-Eckardt

© Katrin Göring-Eckardt/ Laurence Chaperon

Dokumente

  • 20/12893 - Antrag: Fortsetzung des Einsatzes bewaffneter deutscher Streitkräfte - Stabilisierung sichern, Wiedererstarken des IS verhindern, Versöhnung in Irak fördern
    PDF | 203 KB — Status: 18.09.2024
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • Überw 20/12893(Dokument, öffnet ein neues Fenster) beschlossen

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

Herausgeber

  • Deutscher Bundestag, Internetredaktion
Auswärtiges

Fortsetzung des Bundeswehreinsatzes im Irak beschlossen

Der Bundestag hat am Donnerstag, 17. Oktober 2024, im Anschluss an eine rund 40-minütige Debatte die Fortsetzung des Bundeswehreinsatzes im Irak beschlossen. Zu dem Antrag der Bundesregierung mit dem Titel „Fortsetzung des Einsatzes bewaffneter deutscher Streitkräfte – Stabilisierung sichern, Wiedererstarken des IS verhindern, Versöhnung in Irak fördern“ (20/12893(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) gibt es eine Beschlussvorlage des Auswärtigen Ausschusses (20/13297(Dokument, öffnet ein neues Fenster)), der 539 Abgeordnete zustimmten. 93 Abgeordnete lehnten die Verlängerung ab, es gab zwei Enthaltungen. 

Des Weiteren lag den Abgeordneten ein Bericht des Haushaltsausschusses gemäß Paragraf 96 der Geschäftsordnung des Bundestages vor (20/13298(Dokument, öffnet ein neues Fenster)), demzufolge der Antrag „mit der Haushaltslage des Bundes vereinbar“ ist.

Bundeswehreinsatz im Irak

Entschließungsantrag der AfD abgelehnt

Die AfD-Fraktion hatte zur Abstimmung einen Entschließungsantrag (20/13394(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) vorgelegt, in dem die Bundesregierung aufgefordert wird, ein detailliertes Mandat für die deutsche Beteiligung an der Operation Inherent Resolve sowie an der nachfolgenden US-amerikanisch-irakischen Sicherheitskooperationen und für die Beteiligung an der Nato-Mission Iraq/ Fähigkeitsaufbau der irakischen Streit- und Sicherheitskräfte zur Entscheidung vorzulegen. 

Die Koalitionsfraktionen und die Unionsfraktion lehnten den Entschließungsantrag ab, die AfD-Fraktion stimmte dafür, die Gruppe Die Linke enthielt sich, die Gruppe BSW nahm an der Abstimmung nicht teil.

Antrag der Bundesregierung

Der angenommene Antrag der Regierung sieht die Entsendung von wie bisher bis zu 500 Bundeswehrsoldaten vor, die die regulären irakischen Streit- und Sicherheitskräfte ausbilden und beraten und unter anderem Aufgaben wie Lufttransport, See- und Luftraumüberwachung sowie Aufklärung und Lagebilderstellung übernehmen sollen. Wie die Bundesregierung schreibt, bleibe der Kampf gegen die Bedrohung durch den IS eine zentrale Herausforderung für den Irak. 

Eine weiterhin teils unklare Sicherheitsverantwortung in den zwischen der irakischen Zentralregierung und der Region Kurdistan-Irak umstrittenen Gebieten ermögliche es dem territorial weitestgehend eingehegten IS, sich Rückzugsräume zu sichern und zu erhalten. „Mit asymmetrischen Mitteln und Methoden führt IS seinen Kampf fort und besitzt weiterhin die Fähigkeit und den Willen, Anschläge in Irak, Syrien, Europa und Afrika sowie darüber hinaus zu verüben“, schreibt die Regierung.

Befähigung irakischer Streit- und Sicherheitskräfte

Der deutsche Beitrag zum Fähigkeitsaufbau der regulären irakischen Streit- und Sicherheitskräfte sowie dazugehörige Unterstützungsleistungen werden den Angaben zufolge sowohl im Rahmen des Nato-Engagements im Irak als auch im Rahmen der internationalen Anti-IS-Koalition (Operation Inherent Resolve) oder einer dieser Operation nachfolgenden Sicherheitskooperation erbracht. 

Völkerrechtliche Grundlage ist die Zustimmung der irakischen Regierung, die darüberhinausgehenden Beiträge dienen der Unterstützung des Iraks, der internationalen Anti-IS-Koalition und der regionalen Partner in ihrem Kampf gegen IS im Rahmen der einschlägigen Resolutionen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen sowie auf Grundlage des Artikels 51 der Charta der Vereinten Nationen, schreibt die Bundesregierung. Die einsatzbedingten Zusatzausgaben für den Zeitraum des Mandats vom 1. November 2024 bis 31. Januar 2026 werden auf voraussichtlich 104,4 Millionen Euro beziffert. (hau/ahe/17.10.2024)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Kubicki, Wolfgang

Bundestagsvizepräsident

Wolfgang Kubicki

Wolfgang Kubicki

© Wolfgang Kubicki/ Tobias Koch

Kaddor, Lamya

Bündnis 90/Die Grünen

Lamya Kaddor

Lamya Kaddor

© Lamya Kaddor / Büro Lamya Kaddor

Hardt, Jürgen

CDU/CSU

Jürgen Hardt

Jürgen Hardt

© Jürgen Hardt/Tobias Koch

Schwabe, Frank

SPD

Frank Schwabe

Frank Schwabe

© photothek

Otten, Gerold

AfD

Gerold Otten

Gerold Otten

© Gerold Otten/ Loske

Müller, Alexander

FDP

Alexander Müller

Alexander Müller

© Alexander Müller/ Elias Grundler

Silberhorn, Thomas

CDU/CSU

Thomas Silberhorn

Thomas Silberhorn

© Ralf Rödel

Lucks, Max

Bündnis 90/Die Grünen

Max Lucks

Max Lucks

© Dominik Butzmann

Bartsch, Dr. Dietmar

Gruppe Die Linke

Dr. Dietmar Bartsch

Dr. Dietmar Bartsch

© Deutscher Bundestag/ Inga Haar

Klinck, Dr. Kristian

SPD

Kristian Klinck

Kristian Klinck

© Kristian Klinck/ photothek

Nastic, Zaklin

Gruppe BSW

Zaklin Nastic

Zaklin Nastic

© Zaklin Nastic/Konstantin Eulenberg

Kubicki, Wolfgang

Bundestagsvizepräsident

Wolfgang Kubicki

Wolfgang Kubicki

© Wolfgang Kubicki/ Tobias Koch

Dokumente

  • 20/12893 - Antrag: Fortsetzung des Einsatzes bewaffneter deutscher Streitkräfte - Stabilisierung sichern, Wiedererstarken des IS verhindern, Versöhnung in Irak fördern
    PDF | 203 KB — Status: 18.09.2024
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/13297 - Beschlussempfehlung und Bericht: zu dem Antrag der Bundesregierung - Drucksache 20/12893 - Fortsetzung des Einsatzes bewaffneter deutscher Streitkräfte - Stabilisierung sichern, Wiedererstarken des IS verhindern, Versöhnung in Irak fördern
    PDF | 199 KB — Status: 10.10.2024
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/13298 - Bericht: gemäß § 96 der Geschäftsordnung zu dem Antrag der Bundesregierung - Drucksachen 20/12893, 20/13297 - Fortsetzung des Einsatzes bewaffneter deutscher Streitkräfte - Stabilisierung sichern, Wiedererstarken des IS verhindern, Versöhnung in Irak fördern
    PDF | 152 KB — Status: 10.10.2024
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 20/13394 - Entschließungsantrag: zu der Beratung des Antrags der Bundesregierung - Drucksachen 20/12893, 20/13297 - Fortsetzung des Einsatzes bewaffneter deutscher Streitkräfte - Stabilisierung sichern, Wiedererstarken des IS verhindern, Versöhnung in Irak fördern
    PDF | 154 KB — Status: 15.10.2024
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • namentliche Abstimmung zu Beschlussempfehlung 20/13297(Dokument, öffnet ein neues Fenster) (Antrag 20/12893(Dokument, öffnet ein neues Fenster) annehmen)
  • 16:54:56: Beginn der namentlichen Abstimmung
  • 17:19:27: Ende der namentlichen Abstimmung
  • Gesamt: 634 Ja: 539 Nein: 93 Enthaltungen 2
  • Beschlussempfehlung 20/13297(Dokument, öffnet ein neues Fenster) angenommen
  • Entschließungsantrag 20/13394(Dokument, öffnet ein neues Fenster) abgelehnt

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

Herausgeber

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Ausdruck aus dem Internet-Angebot des Deutschen Bundestages

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2024/kw42-de-bundeswehr-irak-1023784

Stand: 19.08.2026