Bündnis 90/Die Grünen

Haßelmann: Wir werden weiter für das Klima kämpfen

Britta Hasselmann, Buendnis 90/Die Gruenen Fraktionsvorsitzende

Britta Haßelmann, Ko-Vorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (© picture alliance / photothek | Thomas Trutschel)

Bündnis 90/Die Grünen haben sich nach Auffassung ihrer Ko-Fraktionsvorsitzenden Britta Haßelmann nach der Bundestagswahl „als selbstbewusste Oppositionsfraktion neu aufgestellt“. Die Menschen erwarteten zu Recht, dass eine Opposition nicht nur kritisiert, was alles falsch läuft, „sondern auch Vorschläge einbringt, die zeigen, wie es anders geht“, sagt Haßelmann im Interview. Ihre Fraktion biete eine starke Stimme, Haltung, Klarheit in der Sache und Verantwortung. 

Die Fraktionsvorsitzende kündigt an, weiter für das Klima kämpfen zu wollen. „Klimaneutralität ist eine große Chance für Wohlstand, Sicherheit und Demokratie“, sagt sie. Gleichzeitig gelte es, die alltäglichen Sorgen der Menschen in den Mittelpunkt der Politik zu stellen. „Wir wollen mit unserem Pakt für bezahlbares Leben die Menschen in ihrem Alltag entlasten“, betont Haßelmann. Das Interview im Wortlaut:

Frau Haßelmann, was waren aus Ihrer Sicht die wichtigsten Erfolge der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Jahr 2025? 

Wir sind stolz auf das, was wir in der Ampel-Regierung erreicht haben. Das Land ist klimafreundlicher, gerechter und fortschrittlicher geworden. Und wir haben uns nach der Wahl als selbstbewusste Oppositionsfraktion neu aufgestellt. Eine starke Stimme, Haltung, Klarheit in der Sache und Verantwortung sind von uns zu erwarten. Dass es auf uns ankommt, zentrale Entscheidungen für die Zukunft unseres Landes auf den Weg zu bringen, haben wir schon mehrfach und insbesondere mit der Grundgesetzänderung für das Sondervermögen bewiesen. Die Menschen erwarten zu Recht, dass eine Opposition nicht nur kritisiert, was alles falsch läuft. Sondern auch Vorschläge einbringt, die zeigen, wie es anders geht. Und da werden wir auch im nächsten Jahr weiter liefern.

Was halten Sie für die größte Herausforderung im kommenden Jahr? Welche thematischen Schwerpunkte will Ihre Fraktion 2026 setzen?

Eine der größten Herausforderungen wird es sein, dass die schwarz-rote Koalition nicht im Streit zerfällt. Immer wieder zeigt die Bundesregierung, dass es ihr an Ernsthaftigkeit, an Vertrauen und an Führung mangelt. Kanzler Merz verspricht – zuletzt den Herbst der Reformen –, aber er liefert nicht. In der Bevölkerung macht sich Enttäuschung breit, die Zustimmung zu dieser Regierung ist auf dem Tiefstpunkt. Das ist schlecht – für die Koalition und für das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Demokratie. Es gibt vieles, was wir in Deutschland angehen müssen. In dieser Zeit ist es unsere Aufgabe zu zeigen: Es geht auch anders. 

Wir werden weiter für das Klima kämpfen. Klimaneutralität ist eine große Chance für Wohlstand, Sicherheit und Demokratie. Wir wollen bei Bürgerinnen und Bürgern und Wirtschaft wieder Begeisterung wecken, in moderne Technik und Klimaschutz zu investieren und dabei gleichzeitig die Infrastruktur unseres Landes zu erneuern.

Wir haben aber auch gesagt: Die alltäglichen Sorgen der Menschen gehören in den Mittelpunkt der Politik. Wir wollen mit unserem Pakt für bezahlbares Leben die Menschen in ihrem Alltag entlasten. Mit höherem Mindestlohn, mit mehr Steuergerechtigkeit, mit Preistransparenz bei Lebensmitteln, niedrigeren Energiepreisen und einer schärferen Mietpreisbremse für alle Mieterinnen und Mieter.

Wir leben in unsicheren Zeiten, in denen unsere Freiheit und Demokratie von Autokraten, Extremisten und Cyberangriffen bedroht sind. Wir brauchen eine echte Sicherheitsoffensive, um unsere Gesellschaft wachsamer, widerstandsfähiger und wehrhafter zu machen. Es geht um die Resilienz unserer gesamten Gesellschaft. Wir machen Politik für die Sicherheit und Stabilität unseres Landes.

Welche Ziele werden Sie als Fraktionsvorsitzende verstärkt verfolgen? Gibt es ein Thema, für das Sie sich persönlich besonders einsetzen wollen?

Frauen verdienen genauso viel Macht, Einkommen und Sichtbarkeit wie Männer. Und viele erleben, dass wir in dieser Frage zurzeit wieder Schritte zurück gehen. Damit sollten wir Frauen uns nicht abfinden. Frauen sind die Hälfte unserer Gesellschaft und gehören in Verantwortung und Führung für dieses Land in der Politik, in der Wirtschaft und in allen gesellschaftlichen Bereichen. Dafür will ich jeden Tag streiten. (hau/29.12.2025)