CDU/CSU

Spahn: Wachstum ist die Schicksalsfrage unserer Nation

Jens Spahn, Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Fraktion während einer Debatte im Deutschen Bundestag.

Jens Spahn, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion (© picture alliance / dts-Agentur | -)

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion, Jens Spahn, hält Wachstum für die „Schicksalsfrage unserer Nation“. Ohne Wachstum gebe es keine guten Löhne, keine Sicherheit für die Sozialsysteme, sagt Spahn im Interview. „Wir werden deshalb auch 2026 konsequent die Wirtschaft stärken und Unternehmern nicht noch mehr Steine in den Weg legen“, kündigt er an. 

Als einen der Erfolge im Jahr 2025 führt er die „echte Wende in der Migrationspolitik“ an. Gemeinsam mit dem Koalitionspartner mache die Union Deutschland sicherer und wieder wettbewerbsfähig. „Dabei ringen wir mitunter hart in der Sache, führen die Debatte aber immer zu einer Entscheidung“, betont Spahn, den auch das Thema Wohnen umtreibt. „Mit dem Bau-Turbo haben wir eine gute Grundlage gelegt, aber wir müssen an dem Thema dranbleiben“, sagt der Fraktionsvorsitzende. Das Interview im Wortlaut: 

Herr Spahn, was waren aus Ihrer Sicht die wichtigsten Erfolge der CDU/CSU-Fraktion im Jahr 2025? 

Das Parlament ist der Ort der politischen Entscheidungen in Deutschland. Als Unionsfraktion haben wir das auch in der öffentlichen Diskussion immer deutlich gemacht und sind diesem Anspruch gerecht geworden. Das ist das Wesen unseres politischen Systems: Ohne parlamentarisches Verfahren keine parlamentarische Demokratie. Was heißt das konkret? Wir haben einen neuen modernen Wehrdienst über die Ziellinie gebracht und tiefgehende Steuergesetze verabschiedet – von degressiven Abschreibungen für Unternehmen über den Investitionsbooster, die Anhebung der Pendlerpauschale und die Senkung der Steuern für die Gastronomie bis hin zu der Verabredung, das erste Mal seit 15 Jahren die Steuern für Unternehmen zu senken. Wir haben außerdem eine echte Wende in der Migrationspolitik vollzogen. Gemeinsam mit unserem Koalitionspartner machen wir Deutschland sicherer und wieder wettbewerbsfähig. Dabei ringen wir mitunter hart in der Sache, führen die Debatte aber immer zu einer Entscheidung. 

Was halten Sie für die größte Herausforderung im kommenden Jahr? Welche thematischen Schwerpunkte will Ihre Fraktion 2026 setzen?

Wir brauchen Wachstum. Ohne Wachstum gibt es keine guten Löhne, keine Sicherheit für die Sozialsysteme. Wachstum ist die Schicksalsfrage unserer Nation. 2026 muss das Jahr des Wachstums werden. Wir werden deshalb auch 2026 konsequent die Wirtschaft stärken und Unternehmern nicht noch mehr Steine in den Weg legen. Das Jahr 2026 steht aber auch im Zeichen von Reformen. Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung brauchen dringend ein Update, damit sie zukunftsfest sind. Als Fraktion werden wir diesen Prozess mitgestalten.

Welche Ziele werden Sie als Fraktionsvorsitzender verstärkt verfolgen? Gibt es ein Thema, für das Sie sich persönlich besonders einsetzen wollen?

In unserem Land steckt so viel Potenzial – wir müssen dem nur Raum lassen. Ich werde mich mit der Unionsfraktion auf allen Ebenen dafür einsetzen, dass Unternehmer wieder Lust haben, in diesem Land zu gestalten und zu investieren. Das heißt: weniger Bürokratie, mehr Freiheit! Im Parlament werden wir uns zum Beispiel mit flexibleren Arbeitszeitregelungen beschäftigen. Außerdem treibt mich das Thema Wohnen um. Mit dem Bau-Turbo haben wir eine gute Grundlage gelegt, aber wir müssen an dem Thema dranbleiben. Wohnen ist die neue soziale Frage. Eine bezahlbare Wohnung zu finden oder ein Eigenheim zu finanzieren, das war und ist ein wesentlicher Bestandteil des Aufstiegsversprechens, das unsere Gesellschaft zusammenhält. Für Menschen, die hart arbeiten, die ihre Steuern zahlen und einen Beitrag für das Wohl der Gesellschaft leisten, muss ein Eigenheim zumindest möglich sein. Das wird sich dann positiv auf das Gerechtigkeitsgefühl in unserem Land auswirken.

(hau/29.12.2025)