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Klimaschutz

Fraktionen streiten über Wirksamkeit der deutschen Klimaschutzmaßnahmen

Die AfD-Fraktion fordert die „Sofortige Senkung der Energiepreise – Beendigung aller deutschen Klimaschutzmaßnahmen aufgrund ihrer fehlenden Bedeutung im Weltmaßstab“ (21/5322(Dokument, öffnet ein neues Fenster)). Ihren Antrag hat der Bundestag am Donnerstag, 16. April 2026, erstmals debattiert. Nach einstündiger Aussprache wurde der Antrag zur weiteren Beratung an die Ausschüsse überwiesen. Federführend ist der Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. 

AfD: Klimapolitik ruiniert die wirtschaftliche Substanz

Prof. Dr. Ingo Hahn (AfD) warf der schwarz-roten Koalition vor, mit ihrer Klimapolitik Deutschlands wirtschaftliche Substanz zu ruinieren. „Deutschland verliert an Wettbewerbsfähigkeit, Investitionen bleiben aus und die Bürger müssen reale Wohlstandsverluste hinnehmen, ohne dass Ihre Politik einen messbaren Einfluss auf das globale Klima hätte.“ 

Dieses sei lange bevor es industrielle Emissionen gegeben habe, schon Schwankungen unterworfen gewesen. Die Klimaschutzmaßnahmen seien „weder wirksam noch wirtschaftlich zu verantworten“, sagte Hahn. Daher fordere seine Fraktion mit ihrem Antrag „klar und konsequent“: „Weg mit den Klimagesetzen, raus aus der CO2-Bepreisung und runter mit den Energiepreisen.“

Union: Klimaschutz bewahrt die Lebensgrundlagen

Dr. Thomas Gebhart (CDU/CSU) räumte ein, dass sich Deutschland in einer strukturellen Wirtschaftskrise befinde. Doch mache die AfD mit ihrem Antrag „nicht einmal den Versuch, sich halbwegs ernsthaft und konstruktiv“ damit zu befassen. Den Klimaschutz komplett auf null zu setzen, sei keine Lösung, sondern „rückwärtsgewandt und völlig unverantwortlich“, so der CDU-Abgeordnete. 

Um die Lebensgrundlagen zu bewahren, brauche es Klimaschutz. Der Bundesregierung gehe es darum, Klimaschutz und eine starke Wirtschaft zu verbinden. Der Emissionshandel, gegen den sich die AfD wende, sei ein effizientes marktwirtschaftliches Instrument, das sich bewährt habe. Allerdings sah auch Gebhart die Notwendigkeit für Reformen. Die Bundesregierung habe bereits Vorschläge vorgelegt und mache sich dafür in Brüssel stark.

SPD: Klimaschutz ist keine ideologische Frage

Auch Jakob Blankenburg (SPD) widersprach der AfD vehement. Ihre Darstellung, Deutschland sei nicht Teil des Klimaproblems, sei falsch: Für fünf Prozent der globalen Emissionen sei Deutschland verantwortlich. „Unser CO2-Pro-Kopf-Ausstoß ist heute doppelt so hoch wie der weltweite Durchschnitt“. Wer das negiere, „lügt die Menschen an“. 

Klimaschutz sei ökologisch notwendig und auch ökonomisch die klügere Entscheidung, so Blankenburg. Wer nicht handele, müsse sich künftig den Menschen gegenüber verantworten. Die Frage, ob man das Klima schütze oder nicht, sei keine ideologische Frage. Klimaschutz sei der Versuch, das Leben der Menschen im Land sicherer, bezahlbarer und freier zu machen.

Grüne kritisieren Abschwächung der Klimaregeln

Die AfD disqualifiziere sich selbst mit der Forderung, „aus Anlass der aktuellen Energiekrise alle Klimaschutzmaßnahmen abschaffen“ zu wollen, kommentierte Lisa Badum (Bündnis 90/Die Grünen) den Antrag der Fraktion. Es sei „unlogisch“ in einer Situation, in der Öl und Gas knapp seien, die Alternativen dieser fossilen Energien abzuschaffen. 

Noch schärfer ging die Grünen-Abgeordnete allerdings mit der Bundesregierung ins Gericht: Dass sie neben der Senkung der Energiesteuer auch weiter fossile Verbrenner ermöglichen wolle, sei „sozialpolitisch eine Katastrophe und klimapolitisch ein Desaster“. Es gehe Schwarz-Rot gar nicht um die Entlastung der Bürger, sondern um die fossile Autolobby und die Abschwächung der Klimaregeln: „Sagen Sie doch offen, dass sie die Klimaziele nicht mehr unterstützen.“ Eine bessere Maßnahme wäre etwa ein günstigeres Deutschlandticket gewesen, damit die Menschen günstiger Bus und Bahnfahren könnten, so Badum.

Linke: Antrag der AfD ist verfassungswidrig

Dr. Fabian Fahl (Die Linke) bezeichnete den Antrag der AfD als „verfassungswidrig“.  Aus Artikel 20a des Grundgesetzes ergebe sich ein Verschlechterungsverbot, an das Exekutive und Legislative gebunden seien. Der Zustand von Umwelt und Klima dürfe sich nicht verschlechtern, erklärte Fahl. Auch wenn das völlig „entfernt von der bundespolitischen Realität“ sei. 

Zudem enthalte der Antrag viele Fehlannahmen: „Dass wir Klimaschutz auf Kosten der Wirtschaft machen, ist Quatsch.“ De facto gebe es kaum deutsche Klimapolitik, sondern vor allem „Greenwashing und Fossillobbyismus“, kritisierte der Linken-Abgeordnete.

Antrag der AfD

Die AfD-Fraktion dringt in ihrem Antrag „aus Anlass der aktuellen Energiekrise“ darauf, alle Gesetze und Verordnungen „oder Teile“ daraus aufzuheben, aus denen sich „Anforderungen und Verpflichtungen mit Bezug auf den Klimaschutz“ ergeben. Die Bundesregierung solle zudem schnellstmöglich alle internationalen Abkommen und Vereinbarungen kündigen, aus denen sich Verpflichtungen zum Schutz des Klimas oder zur Reduzierung von CO2-Emissionen ergeben, vor allem das Pariser Klimaabkommen. Mit Blick auf den europäischen Green Deal solle sie außerdem Änderungen des EU-Rechts anstreben.

Auch das Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz (TEHG) und das Brennstoffhandelsgesetz (BEHG) sowie alle durch TEHG und BEHG ermächtigten Verordnungen sollen nach dem Willen der Fraktion aufgehoben werden, um die europäische und nationale CO2-Bepreisung zu beenden und „Wirtschaft und Bürger nachhaltig zu entlasten“, wie es im Antrag heißt. 

„Standortauswahlgesetz aufheben“

Darüber hinaus dringt die AfD auf die Aufhebung des Standortauswahlgesetzes sowie die Änderung des Atomgesetzes mit dem Ziel der erneuten Nutzung der Kernkraft zur Energiegewinnung. Ziel sei es, die Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands in der Energieversorgung langfristig sicherzustellen, schreiben die Abgeordnete.

Als Begründung führen sie an, dass das Weltklima von Natur aus nicht konstant sei, sondern „ständigen und teilweise dramatischen natürlichen Veränderungen“ unterliege. Klimaschutz bezeichnet die AfD in ihrem Antrag als politischen Kampfbegriff. Das Klima lasse sich nicht schützen. Die vom Menschen verursachten CO2-Emissionen in Deutschland seien „im weltweiten Maßstab zu vernachlässigen“. (sas/hau/16.04.2026)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Ortleb, Josephine

Bundestagsvizepräsidentin

Josephine Ortleb

Josephine Ortleb

© SPD/Maximilian König

Hilse, Karsten

AfD

Karsten Hilse

Karsten Hilse

© Karsten Hilse/ Hagen Schnauss

Jung, Andreas

CDU/CSU

Andreas Jung

Andreas Jung

© Andreas Jung/ Bildbrauerei

Badum, Lisa

Bündnis 90/Die Grünen

Lisa Badum

Lisa Badum

© Lisa Badum / René Ruprecht

Blankenburg, Jakob

SPD

Jakob Blankenburg

Jakob Blankenburg

© Jakob Blankenburg / Johann Floeter

Fahl, Dr. Fabian

Die Linke

Dr. Fabian Fahl

Dr. Fabian Fahl

© Dr. Fabian Fahl / Ute Haupts

Gebhart, Dr. Thomas

CDU/CSU

Dr. Thomas Gebhart

Dr. Thomas Gebhart

© Dr. Thomas Gebhart/ Laurence Chaperon

Hahn, Prof. Dr. Ingo

AfD

Prof. Dr. Ingo Hahn

Prof. Dr. Ingo Hahn

© Ingo Hahn

Rinkert, Daniel

SPD

Daniel Rinkert

Daniel Rinkert

© Daniel Rinkert/ Photothek Media Lab

Hilse, Karsten

AfD

Karsten Hilse

Karsten Hilse

© Karsten Hilse/ Hagen Schnauss

Rinkert, Daniel

SPD

Daniel Rinkert

Daniel Rinkert

© Daniel Rinkert/ Photothek Media Lab

Kellner, Michael

Bündnis 90/Die Grünen

Michael Kellner

Michael Kellner

© Michael Kellner/ Nils Leon Brauer

Beutin, Lorenz Gösta

Die Linke

Lorenz Gösta Beutin

Lorenz Gösta Beutin

© Lorenz Gösta Beutin / Alexander Klebe

Koller, Hans

CDU/CSU

Hans Koller

Hans Koller

© Hans Koller/ Verena S. Mautner

Krauthausen, Manuel

AfD

Manuel Krauthausen

Manuel Krauthausen

© AfD Fraktion im Bundestag/ Nick Becker

Kleebank, Helmut

SPD

Helmut Kleebank

Helmut Kleebank

© Helmut Kleebank/ Foto Fehse

Mayer-Lay, Volker

CDU/CSU

Volker Mayer-Lay

Volker Mayer-Lay

© Volker Mayer-Lay/Tobias Koch

Asghari, Prof. Dr. Reza

CDU/CSU

Dr. Reza Asghari

Dr. Reza Asghari

© Prof. Dr. Reza Asghari/ Eric Haase

Nouripour, Omid

Bundestagsvizepräsident

Omid Nouripour

Omid Nouripour

© Omid Nouripour/Stefan Kaminski

Dokumente

  • 21/5322 - Antrag: Sofortige Senkung der Energiekosten - Beendigung aller deutschen Klimaschutzmaßnahmen
    PDF | 246 KB — Status: 14.04.2026
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • Überw 21/5322(Dokument, öffnet ein neues Fenster) beschlossen

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

Herausgeber

  • Deutscher Bundestag, Internetredaktion
Klimaschutz

Bundestag lehnt Vorlage zur Senkung der Energiekosten ab

Der Bundestag hat am Donnerstag, 24. September 2026, die Forderung der AfD-Fraktion nach Beendigung aller deutschen Klimaschutzmaßnahmen abgewiesen. Ihr Antrag (21/5322(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) war mit der Mehrheit von CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke bei Zustimmung durch die AfD abgelehnt worden. Darin hatte die Fraktion darauf gedrungen, „aus Anlass der aktuellen Energiekrise“ alle Gesetze und Verordnungen „oder Teile“ daraus aufzuheben, aus denen sich „Anforderungen und Verpflichtungen mit Bezug auf den ,Klimaschutz' ergeben“. 

Der Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit hatte dazu eine Beschlussempfehlung (21/5650(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) vorgelegt. Ein erstmals beratener Antrag der Fraktion mit dem Titel „Der drohenden Kraftstoffkrise durch souveräne Energiepolitik entgegenwirken – Industrie und Mittelstand retten“ (21/8115(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) wurde im Anschluss zur federführenden Beratung an den Ausschuss für Wirtschaft und Energie überwiesen.

SPD: AfD will Klimakrise einfach absagen

 Die AfD wolle, dass weiterhin „andere am Hebel der deutschen Energiepolitik sitzen“, sagte Jakob Blankenburg (SPD) zu Beginn der Debatte. Sie fordere, Sanktionen aufzuheben und  „ein Zurück zu Putin“. Das, so Blankenburg, sei so, „als würde man den Brandstifter um Löschwasser bitten“. Mit einem zweiten Antrag wolle die AfD alle Klimagesetze streichen, Kohle länger laufenlassen und Atomkraftwerke wieder anwerfen. 

„Sie schlagen vor, die Klimakrise einfach abzusagen“, sagte der SPD-Abgeordnete an die AfD-Fraktion gerichtet. Klimawandel sei aber keine Meinung. Er sei „heiße Realität“, die die Bürger in diesem Hitzesommer gespürt hätten. „Ihr Antrag ist ein Hohn gegenüber den geschätzten 16.300 Hitzetoten in diesem Sommer“, befand Blankenburg. 

Deutschland importiere zwei Drittel seiner Energie, sagte er weiter. Jede Kilowattstunde, die in Deutschland oder Europa selbst hergestellt werde, sei also eine Kilowattstunde, „über deren Preis nicht in Moskau, Teheran oder Riad entschieden wird“. 

AfD: Energiewende ins Elend und in die Armut

Karsten Hilse (AfD) sagte, die Menschen in Deutschland würden unter der Energiepolitik der Bundesregierung ächzen. Mit einer „Energiewende ins Elend und in die Armut“ müsse Schluss sein, forderte der AfD-Abgeordnete. „Die sogenannte Energiewende fußt auf der These, dass die menschengemachten CO2-Emissionen Haupttreiber für den derzeitigen natürlichen Klimawandel seien, wofür es nach wie vor keinen einzigen wissenschaftlichen Beweis gibt“, sagte Hilse. Vielmehr bewege sich der „natürliche Klimawandel“ innerhalb der Schwankungsbreiten der letzten 10.000 Jahre, wofür es wiederum wissenschaftliche Beweise gebe. 

„Ihre Hypothese ist eine große Lüge“, so der AfD-Abgeordnete, der sich auf den US-Präsidenten Donald Trump bezog, der vom „größten Betrug, der jemals an den Menschen begangen wurde“ gesprochen habe. Es werde Zeit, dass Deutschland und die EU „dem Rest der Welt folgen und diesen Betrug beenden“. Die AfD werde, „sobald wir in Regierungsverantwortung sind“, jegliche CO2-Bepreisung streichen, wodurch die Produktionskosten für Strom aber auch die Kosten für Treibstoffen sinken würden. 

CDU/CSU: Absenken des Klimaschutzes auf null ist keine Lösung

Für Dr. Thomas Gebhart (CDU/CSU) ist das „Absenken des Klimaschutzes auf null“ keine Lösung. Vielmehr sei dies unverantwortlich. „Sie tun gerade so, als gäbe es diese Herausforderungen der Klimaveränderungen überhaupt nicht“, sagte er an die AfD-gewandt. Damit, so der Unionsabgeordnete, würde auch ein ökonomischer Schaden angerichtet. „Am Ende würde das in ein ziemliches Desaster führen“, prognostizierte er. 

Die Union, so Gebhart, wolle Klimaschutz und starke wirtschaftliche Entwicklung miteinander in Einklang bringen. „Wir müssen Schritt für Schritt CO2-Emissionen reduzieren, aber auf eine Weise, die dazu führt, dass die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen nicht leidet“, betonte er. Gebhart ging auf den nationalen CO2-Preis für Gebäude und Verkehr ein. Aktuell hätten nicht alle EU-Staaten eine solche Abgabe, sagte er. Wenn es ab 2028 einen europäischen CO2-Preis gebe, „was wir sehr unterstützen“, sei das also auch im ökonomischen Interesse Deutschlands. 

Grüne: Tankrabatt kostet Steuerzahler rund 2,5 Milliarden Euro

Julian Joswig (Bündnis 90/Die Grünen) kritisierte den von der Bundesregierung angekündigten „teuren Trankrabatt“, der die Steuerzahler rund 2,5 Milliarden Euro koste. Dabei komme nur ein Bruchteil davon bei den Verbrauchern an; das meiste hingegen bei den Mineralölkonzernen. „Anstelle die Stromsteuer für alle zu senken, wie es versprochen wurde, anstatt die Menschen durch ein Krisengeld zu entlasten machen Sie nun den gleichen Fehler nochmal“, kritisierte Joswig. Das mache ihn „verdammt wütend“. 

Deutschland sei noch immer viel zu abhängig von fossilen Importen, von teurem Öl und Gas. „Wann befreien wir uns endlich von diesen Abhängigkeiten“, fragte er. Die Antwort könne nur heißen: durch mehr erneuerbare Energien, durch leistungsfähige Netze und Batteriespeicher. Die Antwort der AfD laute hingegen: mehr Abhängigkeit von Öl und Gas, weniger europäische Zusammenarbeit und weniger Klimaschutz. 

Linke. Übergewinne endlich konsequent abschöpfen

Auch Janine Wissler (Die Linke) kritisierte den Tankrabatt. Mineralölkonzerne verdienten prächtig am Krieg gegen den Iran, „auf Kosten der Verbraucher“, sagte sie. 37 Millionen Euro zusätzliche Gewinne pro Tag gebe es durch die hohen Spritpreise allein in Deutschland. Etwa sechs Milliarden Euro seien das seit Beginn des Krieges. „Diese Übergewinne müssen endlich konsequent abgeschöpft werden“, forderte die Linken-Abgeordnete. Die Bundesregierung habe erst mal lange nichts getan und wolle nun den Tankrabatt neu auflegen. „Die Gewinne der Ölkonzerne werden also noch mit Steuermitteln gefördert“, kritisierte sie. 

Der richtige Weg, so Wissler, sei es, die Kriegsgewinne abzuschöpfen, die Gewinnmargen zu begrenzen „und das Geld den Menschen durch ein Krisengeld direkt zurückzugeben“. Benötigt werde keine kurzzeitige Linderung an der Tankstelle. „Wir brauchen langfristige und nachhaltige Maßnahmen“, sagte sie und kritisierte gleichzeitig die Anträge der AfD. Wer Menschen dauerhaft vor hohen Energiepreisen schützen will, müsse die Abhängigkeit von Öl und Gas verringern – „mit einer Energiewende und einem besseren ÖPNV“. 

Erster Antrag der AfD

Die Bundesregierung soll demnach schnellstmöglich alle internationalen Abkommen und Vereinbarungen kündigen, aus denen sich Verpflichtungen zum Schutz des Klimas oder zur Reduzierung von CO2-Emissionen ergeben, vor allem das Pariser Klimaabkommen. Mit Blick auf den europäischen Green Deal solle sie außerdem Änderungen des EU-Rechts anstreben. Auch das Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz (TEHG) und das Brennstoffhandelsgesetz (BEHG) sowie alle durch TEHG und BEHG ermächtigten Verordnungen sollen nach dem Willen der Fraktion aufgehoben werden, um die europäische und nationale CO2-Bepreisung zu beenden und „Wirtschaft und Bürger nachhaltig zu entlasten“, wie es im Antrag (21/5322(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) heißt.

Darüber hinaus dringt die AfD auf die Aufhebung des Standortauswahlgesetzes sowie die Änderung des Atomgesetzes mit dem Ziel der erneuten Nutzung der Kernkraft zur Energiegewinnung. Ziel sei es, die Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands in der Energieversorgung langfristig sicherzustellen, schreiben die Abgeordnete. Als Begründung führen sie an, dass das Weltklima von Natur aus nicht konstant sei, sondern „ständigen und teilweise dramatischen natürlichen Veränderungen“ unterliege. „Klimaschutz“ bezeichnet die AfD in ihrem Antrag als politischen Kampfbegriff. Das Klima lasse sich nicht „schützen“. Die vom Menschen verursachten CO2-Emissionen in Deutschland seien „im weltweiten Maßstab zu vernachlässigen“.

Zweiter Antrag der AfD

Die AfD-Fraktion fordert in einem Antrag (21/8115(Dokument, öffnet ein neues Fenster)), „Maßnahmen zur Sicherung der Energieversorgung“ zu ergreifen. Die jüngsten geopolitischen Entwicklungen, insbesondere militärische Eskalationen mit unmittelbaren Auswirkungen auf die internationalen Energie- und Rohstoffmärkte, hätten die Grenzen und damit auch Unzulänglichkeiten der bisherigen europäischen Krisenreaktionsmechanismen offengelegt. 

Die Bundesregierung wird aufgefordert, angesichts anhaltend hoher Energiepreise energiebezogene Sanktionen, Embargos und sonstige Beschränkungen auf ihre Auswirkungen für Versorgungssicherheit, Energiepreise und industrielle Wettbewerbsfähigkeit hin zu überprüfen und soweit erforderlich aufzuheben. (eis/sas/24.09.2026)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Klöckner, Julia

Bundestagspräsidentin

Julia Klöckner

Julia Klöckner

© Julia Klöckner/ Tobias Koch

Blankenburg, Jakob

SPD

Jakob Blankenburg

Jakob Blankenburg

© Jakob Blankenburg / Johann Floeter

Hilse, Karsten

AfD

Karsten Hilse

Karsten Hilse

© Karsten Hilse/ Hagen Schnauss

Gebhart, Dr. Thomas

CDU/CSU

Dr. Thomas Gebhart

Dr. Thomas Gebhart

© Dr. Thomas Gebhart/ Laurence Chaperon

Joswig, Julian

Bündnis 90/Die Grünen

Julian Joswig

Julian Joswig

© Julian Joswig / Stefan Kaminski

Wissler, Janine

Die Linke

Janine Wissler

Janine Wissler

© DIE LINKE. im Hessischen Landtag, CC BY 4.0/ Hanna Hoeft

Bettermann, Daniel

SPD

Daniel Bettermann

Daniel Bettermann

© Daniel Bettermann / Thorsten Eschstruth

Krauthausen, Manuel

AfD

Manuel Krauthausen

Manuel Krauthausen

© AfD Fraktion im Bundestag/ Nick Becker

Baumgartner, Günter

CDU/CSU

Günter Baumgartner

Günter Baumgartner

© CSU Rottal-Inn

Hilse, Karsten

AfD

Karsten Hilse

Karsten Hilse

© Karsten Hilse/ Hagen Schnauss

Baumgartner, Günter

CDU/CSU

Günter Baumgartner

Günter Baumgartner

© CSU Rottal-Inn

Beck, Katharina

Bündnis 90/Die Grünen

Katharina Beck

Katharina Beck

© Katharina Beck/Oliver Hadji

Fahl, Dr. Fabian

Die Linke

Dr. Fabian Fahl

Dr. Fabian Fahl

© Dr. Fabian Fahl / Ute Haupts

Mayer-Lay, Volker

CDU/CSU

Volker Mayer-Lay

Volker Mayer-Lay

© Volker Mayer-Lay/Tobias Koch

Kotré, Steffen

AfD

Steffen Kotré

Steffen Kotré

© Steffen Kotré/ Hagen Schnauss

Ludwig, Dr. Saskia

CDU/CSU

Dr. Saskia Ludwig

Dr. Saskia Ludwig

© Laurence Chaperon

Ortleb, Josephine

Bundestagsvizepräsidentin

Josephine Ortleb

Josephine Ortleb

© SPD/Maximilian König

Dokumente

  • 21/5322 - Antrag: Sofortige Senkung der Energiekosten - Beendigung aller deutschen Klimaschutzmaßnahmen
    PDF | 246 KB — Status: 14.04.2026
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 21/5650 - Beschlussempfehlung und Bericht: zu dem Antrag der Abgeordneten Karsten Hilse, Dr. Ingo Hahn, Andreas Bleck, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD - Drucksache 21/5322 - Sofortige Senkung der Energiekosten - Beendigung aller deutschen Klimaschutzmaßnahmen
    PDF | 190 KB — Status: 29.04.2026
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 21/8115 - Antrag: Der drohenden Kraftstoffkrise durch souveräne Energiepolitik entgegenwirken - Industrie und Mittelstand retten
    PDF | 514 KB — Status: 22.09.2026
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • Beschlussempfehlung 21/5650(Dokument, öffnet ein neues Fenster) (Antrag 21/5322(Dokument, öffnet ein neues Fenster) ablehnen) angenommen
  • Überw 21/8115(Dokument, öffnet ein neues Fenster) beschlossen

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

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Ausdruck aus dem Internet-Angebot des Deutschen Bundestages

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2026/kw16-de-klimaschutzmassnahmen-1158204

Stand: 03.10.2026