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Gesundheit

Anträge zur Finanzierung der Pflege debattiert

Der Bundestag hat am Donnerstag, 15. Oktober 2026, Anträge der AfD-Fraktion zur Pflege beraten. Der Antrag mit dem Titel „Unterstützung alter Menschen und Pflege zukunftssicher machen – Qualität sichern und bezahlbar gestalten“ (21/1549(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) wurde nach 30-minütiger Aussprache mit den Stimmen aller anderen Fraktionen abgelehnt. Dazu lag eine Beschlussempfehlung des Gesundheitsausschusses (21/8609(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) vor. 

Erstmals beraten wurde der Antrag der AfD-Fraktion mit dem Titel „Pflegeversicherung strukturell reformieren – Pflege finanzieren anstatt Familien belasten“ (21/8553(Dokument, öffnet ein neues Fenster)). Er wurde zur weiteren Beratung an die Ausschüsse überwiesen. Federführend ist der Gesundheitsausschuss. 

Abgelehnter Antrag der AfD-Fraktion

Die AfD-Fraktion forderte in ihrem abgelehnten Antrag (21/1549(Dokument, öffnet ein neues Fenster)), die Pflege zukunftssicher zu machen. Abgegrenzt wird dabei in ihrem Antrag die Altenpflege von der gesundheits- und Krankenpflege, für die unterschiedliche Lösungsansätze gefunden werden müssten. Bei der Bewältigung der Pflegeproblematik sei im Übrigen nicht nur der Staat gefordert, sondern jeder Bürger, heißt es in dem Antrag.

Die Akademisierung in der Pflege ist nach Ansicht der Abgeordneten genau wie die Einführung der generalisierten Pflegeausbildung eine Fehlentwicklung, die es zu korrigieren gelte. Gefordert wurde, zu den getrennten Berufsausbildungen von Gesundheits- und Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege zurückzukehren, die sich bestens bewährt hätten. Statt der Akademisierung gelte es, das berufliche Bildungs- und Ausbildungssystem zu stärken.

Forderung nach Umstrukturierung

Die Abgeordneten forderten in dem Antrag, sicherzustellen, dass die Beitragssätze der sozialen Pflege-Pflichtversicherung in der jetzigen Höhe festgeschrieben werden können. Zudem werden systematische Umstrukturierungen in der Kranken- und Pflegeversicherung gefordert, um Bürokratie abzubauen. So sollten etwa die beiden gesetzlichen Versicherungen organisatorisch zusammengeführt werden.

Versicherungsfremde Leistungen der Pflege- und Krankenversicherung müssten vollständig aus dem Haushalt finanziert werden. Zudem gelte es, die häusliche Pflege durch Privatpersonen anstelle von Pflegediensten finanziell aufzuwerten. Die Arbeitsbedingungen für das Pflegepersonal müssten weiter verbessert werden. Außerdem sollten private Pflegezusatzversicherungen stärker gefördert werden.

Überwiesener Antrag der AfD

Die AfD-Fraktion fordert in ihrem überwiesenen Antrag (21/8553(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) eine strukturelle Reform der sozialen Pflegeversicherung. Die Pflegeversicherung leide massiv unter der Zweckentfremdung von Beitragsmitteln für versicherungsfremde Leistungen. Dies führe dazu, dass der Bund die Kommunen systematisch in die finanzielle Mithaftung zwinge, da die gedeckelten Leistungen nach dem Elften Buch Sozialgesetzbuch (SGB XI) nicht ausreichten und die Kommunen im Rahmen der „Hilfe zur Pflege“ (SGB XII) einspringen müssten.

Pflegende Angehörige seien das Rückgrat der Pflege. Ihre soziale Absicherung, insbesondere die Rentenversicherungspflicht, müsse als Anerkennung ihrer Leistung zwingend beibehalten und aus Steuermitteln refinanziert werden. 

„Einkommensgrenze beim Elternunterhalt dauerhaft beibehalten“

Die Einkommensgrenze von 100.000 Euro beim Elternunterhalt sei ein wesentlicher Schutzwall für die arbeitende Mitte. Die Abgeordneten fordern, die Einkommensgrenze von 100.000 Euro beim Elternunterhalt dauerhaft beizubehalten und als Garant für die finanzielle Planungssicherheit der arbeitenden Mitte zu schützen.

Zudem solle eine rechtsverbindliche Definition von „versicherungsfremden Leistungen“ im SGB XI eingeführt und dem Bundestag jährlich ein Transparenzbericht über alle beitragsfremden Entnahmen vorgelegt werden, die durch einen dynamisierten Bundeszuschuss voll zu erstatten seien. In Abstimmung mit den Ländern solle darauf hingewirkt werden, dass die Pflegeausbildung praxisnah reformiert und Personalvorgaben im Heimrecht entbürokratisiert werden.. (pk/hau/15.10.2026)

Reden zu diesem Tagesordnungspunkt

Ramelow, Bodo

Bundestagsvizepräsident

Bodo Ramelow

Bodo Ramelow

© DBT/ Inga Haar

Bessin, Birgit

AfD

Birgit Bessin

Birgit Bessin

© Birgit Bessin/ AfD-Fraktion

Streeck, Prof. Dr. Hendrik

CDU/CSU

Prof. Dr. Hendrik Streeck

Prof. Dr. Hendrik Streeck

© Hendrik Streeck/ David Peters

Ramelow, Bodo

Bundestagsvizepräsident

Bodo Ramelow

Bodo Ramelow

© DBT/ Inga Haar

Fischer, Simone

Bündnis 90/Die Grünen

Simone Fischer

Simone Fischer

© Fraktion BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN/ Stefan Kaminski

Moll, Claudia

SPD

Claudia Moll

Claudia Moll

© Claudia Moll / Maurice Weiss

Ramelow, Bodo

Bundestagsvizepräsident

Bodo Ramelow

Bodo Ramelow

© DBT/ Inga Haar

Schötz, Evelyn

Die Linke

Evelyn Schötz

Evelyn Schötz

© Evelyn Schötz/ Die Linke

Ramelow, Bodo

Bundestagsvizepräsident

Bodo Ramelow

Bodo Ramelow

© DBT/ Inga Haar

Staffler, Katrin

CDU/CSU

Katrin Staffler

Katrin Staffler

© Katrin Staffler/ Julia Rieck

Schmidt, Dr. Paul

AfD

Dr. Paul Schmidt

Dr. Paul Schmidt

© Dr. Paul Schmidt/ Samuel Degen

Zeulner, Emmi

CDU/CSU

Emmi Zeulner

Emmi Zeulner

© Emmi Zeulner/ Hendrik Steffens

Ramelow, Bodo

Bundestagsvizepräsident

Bodo Ramelow

Bodo Ramelow

© DBT/ Inga Haar

Dokumente

  • 21/1549 - Antrag: Unterstützung alter Menschen und Pflege zukunftssicher machen - Qualität sichern und bezahlbar gestalten
    PDF | 277 KB — Status: 09.09.2025
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 21/8553 - Antrag: Pflegeversicherung strukturell reformieren - Pflege finanzieren anstatt Familien belasten
    PDF | 498 KB — Status: 13.10.2026
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • 21/8609 - Beschlussempfehlung und Bericht: zu dem Antrag der Abgeordneten Martin Sichert, Dr. Christina Baum, Carina Schießl, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD - Drucksache 21/1549 - Unterstützung alter Menschen und Pflege zukunftssicher machen - Qualität sichern und bezahlbar gestalten
    PDF | 510 KB — Status: 14.10.2026
    (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)
  • Fundstelle im Plenarprotokoll (Dokument, Link öffnet ein neues Fenster)

Beschluss

  • Überweisung 21/8553(Dokument, öffnet ein neues Fenster) beschlossen
  • Beschlussempfehlung 21/8609(Dokument, öffnet ein neues Fenster) (Antrag 21/1549(Dokument, öffnet ein neues Fenster) ablehnen) angenommen


gibt Ergebnis der namentlichen Abstimmung zu TOP 16 bekannt

Tagesordnung

Sitzungsverlauf

Herausgeber

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Stand: 22.10.2026