02.12.2018 | Parlament

Grußwort von Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble zum Eröffnungsgottesdienst der 60. Aktion „Brot für die Welt“

Liebe Gemeinde, 
sehr geehrte Zuschauerinnen und Zuschauer,

„Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit“ – das haben wir in der Lesung gehört. Eine gerechte Welt: Wir alle wollen sie – auch wenn wir unter-schiedliche Vorstellungen davon haben, was Gerechtigkeit ist, wie wir eine ge-rechte Gesellschaft gestalten. Politik sei „Mühen um Gerechtigkeit“, hat Papst Be-nedikt XVI. 2011 in seiner Rede vor dem Deutschen Bundestag betont. 

Advent ist das Warten auf die Ankunft Christi – auf die Ankunft des Gerechten. Seine Gerechtigkeit bedeutet mehr als Verteilung von Wohlstand. Sie bedeutet auch Gemeinsinn und Teilhabe – und die Verantwortung für den Nächsten, für die ganze Gemeinschaft. Ob wir wollen oder nicht: In der Welt von heute hat diese Verantwortung eine globale Dimension. „Brot für die Welt“ – dieser Name drückt das aus.

Das Motto der Spendenaktion in diesem Jahr lautet „Hunger nach Gerechtigkeit“. In unserer satten Wohlstandsgesellschaft kennen die allermeisten den Hunger nach Brot nicht mehr. Zum Glück. Aber ein Verlangen nach Gerechtigkeit schon. Und das Bedürfnis, Notleidenden zu helfen. 

Schon zu Zeiten Jesu galt die Verpflichtung, Bedürftige zu unterstützen. Nicht nur, um ihren Hunger zu stillen. Vor allem, um sie in die Lage zu versetzen, sich selbstständig zu ernähren. Aus Achtung vor der Würde des Menschen. 

Genau hier setzt die Arbeit von „Brot für die Welt“ an. Seit sechs Jahrzehnten. 
Ich wünsche der diesjährigen Aktion viel Erfolg, damit möglichst viele Menschen weltweit „Hilfe zur Selbsthilfe“ erfahren. Damit der Hunger nach dem täglichen Brot, nach menschenwürdigen Lebensbedingungen und Teilhabe gestillt werden kann. 
Helfen Sie zu helfen – und damit, die Welt ein wenig gerechter zu machen! 
 

Marginalspalte