05.06.2024 | Parlament

Begrüßung der Sieger-Schulklasse des Sonderpreises beim Wettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung zum Parlamentsjubiläum durch Bundestagspräsidentin Bärbel Bas

Lieber Thomas Krüger,
Lieber Herr Kornmüller, 
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
und vor allem: Liebe Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Geschichte am Max-Planck-Gymnasium in Trier,

herzlich willkommen im Deutschen Bundestag! 
Ich freue mich sehr, dass Sie hier im Paul-Löbe-Haus sind! 
Vielleicht kommt es Ihnen noch etwas sonderbar vor, jetzt hier zu stehen.

Aber seien Sie sicher: 
Sie stehen völlig zurecht hier, wie wir an Ihrem Werkstück alle sehen können.

Sehr geehrte Damen und Herren, 
im vergangenen Jahr haben wir zusammen mit der Bundeszentrale für politische Bildung Schülerinnen und Schüler dazu aufgerufen, sich mit dem Parlamentarischen Doppeljubiläum auseinanderzusetzen:

175 Jahre Paulskirche und 75 Deutscher Bundestag. 
Wir haben dazu aufgefordert, sich mit der Entstehung der beiden Parlamente zu beschäftigen. 
Und zu überlegen, was diese Jahrestage für Sie bedeuten.

Ein komplexes Thema, eine echte Herausforderung!

Umso mehr freuen wir uns, dass sich rund 750 Schülerinnen und Schüler aus 10 Bundesländern beteiligt haben. 
Von der Realschule über die Berufsschule bis zum Gymnasium.  

Liebe Schülerinnen und Schüler des MPG Trier, Ihre Einsendung stach unter allen anderen heraus.

Ich zitiere die Jury: 
„Das Werkstück und die erfolgreichen Bemühungen des Kurses überzeugen in besonderer Weise. Es verdient wegen der bemerkenswert inhaltlich reflexiven Durchdringung des Themas uneingeschränkt den Hauptpreis“ (Zitat Ende)

Wir waren beeindruckt, was Sie aus dem Thema gemacht haben!

Sie haben es geschafft, Geschichte herunterzubrechen auf einzelne Persönlichkeiten Ihrer Stadt.  

Sie haben sich darüber informiert, wie es in Trier zu Zeiten der Paulskirchenverfassung zuging.

Haben von der großen Armut erfahren, die in der Region herrschte, von der damaligen Abneigung gegenüber Preußen und der emotionalen Nähe zu Frankreich.

Sie haben recherchiert, wer sich in jener Zeit für die Demokratie engagiert hat – und den radikalen Demokraten Ludwig Simon gefunden.

Sie wollten wissen, was die Demokratiebewegung 1848/49 dem Land gebracht hat.

Und sind dabei auf den Emanzipationsprozess der Jüdinnen und Juden während der Revolution gestoßen.

Sowie auf die Arbeit von Louise Otto-Peters und der Frauenbewegung der damaligen Zeit.

Ihnen war außerdem wichtig zu fragen, wie wir junge Leute für diese historischen Themen interessieren können und welche Rolle Emotionen dabei spielen. 
Sie sind also nicht bei der inhaltlichen Frage stehengeblieben, sondern haben gleich Vorschläge für neue Formen der Erinnerungskultur erarbeitet.

Liebe Schülerinnen und Schüler, 
Sie haben für Ihren Beitrag das getan, was auch für die Demokratie wichtig ist: Sie haben sich eingebracht, Initiative gezeigt und eigene Akzente gesetzt.

Mit Ihrem Beitrag zeigen Sie Problembewusstsein und gleichzeitig eine positive Grundeinstellung. Gut so!  

Häufig verlieren wir aus dem Blick, was alles bereits erreicht ist. 
Was es zu feiern gibt.

Deshalb erinnere ich in diesen Tagen immer wieder daran, dass 75 Jahre Grundgesetz eben auch 
75 Jahre Rechtsstaat,
75 Jahre Presse- und Meinungsfreiheit und 
75 Jahre Gleichberechtigung bedeuten.

Um nur einige Freiheiten und Rechte zu nennen, die uns das Grundgesetz seit 1949 garantiert.

Liebe Schülerinnen und Schüler, 
jetzt gleich werden Sie uns die Ergebnisse Ihrer Arbeit vorstellen und von Ihren Erfahrungen erzählen.

Als Bundestagspräsidentin interessiert mich besonders, was Sie zur Teilnahme motiviert hat und wie Sie beim Thema Erinnerungskultur dranbleiben?

In Ihrer Präsentation habe ich gelesen, dass Sie Ihrem Kulturdezernenten eine Gedenktafel für Ludwig Simon in Trier vorgeschlagen haben. 
Eine großartige Idee!

In Ihren zentralen Schlussfolgerungen schreiben Sie selbst – ich zitiere: 
„Die Demokratie kann nur bewahren, wer sich einmischt“.

In diesem Sinne möchte ich Sie ermutigen: 
Bleiben Sie hartnäckig!

Sehr geehrte Damen und Herren, 
jetzt freue ich mich auf das Grußwort von Thomas Krüger. 
Und nach der Gratulation auf unseren Austausch!

Vielen Dank

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