Worte von Bundestagspräsidentin Bärbel Bas vor Eintritt in die Tagesordnung im Gedenken an Stephanie Aeffner
[Es gilt das gesprochene Wort]
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir trauern um Stephanie Aeffner.
Mit nur 48 Jahren ist unsere Kollegin plötzlich gestorben.
In Gedanken sind wir bei ihren Angehörigen und den Hinterbliebenen.
„Behindertenpolitik ist Menschenrechtspolitik!“
– so lautete ihr Credo.
Sie trat als Abgeordnete unablässig für eine inklusive und barrierefreie Gesellschaft ein.
Hier im Parlament, im Ausschuss für Arbeit und Soziales und in ihrem Wahlkreis Pforzheim.
Für sie war – ich zitiere:
– „nicht die Behinderung das Problem, sondern die Welt mit Barrieren“.
Stephanie Aeffner wusste, wovon sie sprach:
Als sie 2021 erstmals in den Deutschen Bundestag einzog, war sie die erste weibliche Abgeordnete im Rollstuhl.
Auch als Landes-Behindertenbeauftragte in Baden-Württemberg kämpfte sie von 2016 bis 2021 für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung.
Sie wollte aber nicht auf diese eine Rolle reduziert werden. Ich zitiere:
„In erster Rolle bin ich Politikerin und nicht Frau mit Behinderung.“
Als studierte Sozialarbeiterin kannte sie die Nöte vieler Menschen.
Ihr Herz schlug für die Menschen,
die Solidarität besonders brauchen.
Im Bundestag arbeitete sie an politischen Lösungen, um Armut in unserem Land zu bekämpfen.
Sie engagierte sich für eine Gesellschaft,
die die Würde aller Menschen achtet.
Und die allen Menschen gleiche Rechte und Chancen gibt.
Manchmal unbequem. Immer engagiert, couragiert und geradlinig.
Stephanie Aeffner wird uns fehlen.
Ich bitte Sie nun, sich von Ihren Plätzen zu erheben und der Verstorbenen zu gedenken.
Vielen Dank.
Die Sitzung ist für wenige Minuten unterbrochen.