15.10.2025 | Parlament

Festveranstaltung in Gedenken an Oberst a.D. Bernhard Gertz

Das Bild zeigt ein großes Portrait mit einem Mann auf einer Staffelei. Im Hintergrund ist eine Deutschlandfahne zu sehen.
Das Bild zeigt eine Frau und einem Mann, beide stehen im Innenhof. Im Hintergrund ist ein Backsteingebäude zu sehen.

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Am 15. Oktober wurde der verstorbene frühere Vorsitzende des Vorstandes der Deutschen Härtefallstiftung Bernhard Gertz mit einer Veranstaltung in der Parlamentarischen Gesellschaft nahe des Reichstagsgebäude gewürdigt.

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Oberst a.D. Bernhard Gertz zu Besuch bei der SED-Opferbeauftragten im Jahr 2022. (© Team Zupke)

Am 15. Oktober wurde der verstorbene frühere Vorsitzende des Vorstandes der Deutschen Härtefallstiftung Bernhard Gertz mit einer Veranstaltung in der Parlamentarischen Gesellschaft nahe des Reichstagsgebäude gewürdigt. Die Härtefallstiftung unterstützt ehemalige Bundeswehrangehörige in außergewöhnlichen Notlagen, die aufgrund der Ausübung ihrer dienstlichen Pflichten entstanden sein könnten. 

Mit der Härtefallstiftung verbindet die SED-Opferbeauftragte eine langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit. So traf die SED-Opferbeauftragte in ihrem ersten Amtsjahr Oberst a.D. Gertz um sich mit ihm näher über die Anerkennungswege für Soldatinnen und Soldaten auszutauschen, die in Folge von Auslandseinsatz an PTBS erkrankt waren. Vergleichbar mit den Opfern von politischer Verfolgung in der DDR hatten, bis zu einer grundlegenden Änderung der Anerkennungsverfahren in 2012, die geschädigten Soldatinnen und Soldaten große Probleme in der Anerkennung ihrer Schädigungen durch die Versorgungsverwaltungen. Der veränderte „Mechanismus“ in der Anerkennung von Gesundheitsschäden von Soldatinnen und Soldaten wurde in Folge schließlich Vorbild für die neue Regelung für die SED-Opfer, die Anfang dieses Jahres von Bundestag und Bundesrat beschlossen wurden. Gleichzeitig ist die Arbeit der Härtefallstiftung für die Bundesbeauftragte vom großen Interesse, da hier viele Erfahrungen in der Vergabe von Härtefallleistungen an Betroffene vorhanden ist. Diese Erfahrungen wurden, neben den Erfahrungen, die die Landesbeauftragten in den ostdeutschen Ländern mit ihren Fonds gesammelt haben, eingebracht in die Richtlinie, die zukünftig Grundlage für die Vergabe von Mitteln aus dem bundesweiten Härtefallfonds für SED-Opfer sein wird. Die Richtlinie wird Anfang November veröffentlicht. 

Im Rahmen der Veranstaltungen sprach u.a. der frühere parlamentarische Staatssekretär aus dem Verteidigungsministerium und heutige Hohe Repräsentant für Bosnien und Herzegowina Christian Schmidt. Zugleich wurde eine Festschrift zu Ehren von Oberst Bernhard Gertz vorgestellt. In ihrem Beitrag in der Festschrift würdigt SED-Opferbeauftragte nicht nur das Wirken, sondern insbesondere die Persönlichkeit von Bernhard Gertz:

„Es ist die Haltung von Bernhard Gertz, die mich tief beeindruckt hat. Es ist eine Haltung, die ich für unsere Demokratie, gerade in stürmischen Zeiten, für besonders wichtig halte: Den Menschen in den Mittelpunkt stellen und gemeinsam nach den besten Lösungen suchen. Ganz gleich, ob diese Menschen in der Diktatur für Freiheit und Selbstbestimmung gekämpft haben oder unsere heutige Demokratie, wie die Soldatinnen und Soldaten, im Auftrag des Parlamentes verteidigen.“