12.11.2025 | Parlament

Vorstellung der neuen Gedenkstättenkonzeption des Bundes

Das Bild zeigt eine Frau und zwei Männer die vor einer gruppe stehen. Vor der Frau steht ein Standmikrofon.

Kulturstaatsminister Dr. Wolfram Weimer in Begleitung des Direktors des Denkmals für die ermordeten Juden Europas Uwe Neumärker und der SED-Opferbeauftragten Evelyn Zupke im Rahmen eines Pressegesprächs im Bundeskanzleramt (© Team Zupke)

Am 12. November 2025 hat Kulturstaatsminister Dr. Wolfram Weimer in Begleitung des Direktors des Denkmals für die ermordeten Juden Europas Uwe Neumärker und der SED-Opferbeauftragten Evelyn Zupke im Rahmen eines Pressegesprächs im Bundeskanzleramt die Konzeption des Bundes für die Gedenkstätten zur Aufarbeitung der NS-Terrorherrschaft und der SED-Diktatur vorgestellt. Die Konzeption war zuvor in der Kabinettssitzung durch die Bundesregierung beschlossen worden. 

Grundlage für das Konzept ist bei der Aufarbeitung historischer Geschehnisse, den fundamentalen Unterschieden zwischen der NS-Terrorherrschaft und dem Unrecht in der SED-Diktatur unverändert Rechnung zu tragen und zugleich weder die nationalsozialistischen Verbrechen zu relativieren, noch das von der SED-Diktatur verübte Unrecht zu bagatellisieren.

Die Konzeption enthält eine umfassende Darstellung der Gedenk- und Erinnerungsarbeit und greift hierbei neben staatlichen geförderten Einrichtungen auch die Arbeit von dezentralen und bürgerschaftlich initiierten Gedenkstätten auf. Die Konzeption benennt insbesondere Kriterien für die Förderung durch den Bund und benennt einzelne Förderfelder, wie den Erhalt der historischen Orte, Digitalisierung und digitale Lebenswelten, sowie Vermittlung und anwendungsbezogene Forschung. Zugleich finden Aspekte, für die die SED-Opferbeauftragte in ihren Jahresberichten geworben hatte, wie die stärkere Würdigung des frühen Widerstands insbesondere in der sowjetischen Besatzungszone und des Gedenkens an die frühen Opfer, die Darstellung von Schicksal und Leid der weiblichen politischen Häftlinge und der Widerstand vieler Frauen in der DDR, sowie die Stärkung von digitalen Vermittlungsformaten, in der neuen Konzeption Beachtung. Gleichzeitig greift das Konzept auch die Beschlüsse des Deutschen Bundestages der letzten Jahre auf und benennt mit dem Forum Opposition und Widerstand 1945–1990 und dem Denkmal zur Mahnung und Erinnerung an die Opfer der kommunistischen Diktatur in Deutschland und den Freiheits- und Einheitsdenkmälern in Berlin und Leipzig herausragende Projekte, die sich aktuell in der Konzeptionierung oder Umsetzung befinden. 

Im Rahmen des Pressegesprächs unterstrich die SED-Opferbeauftragte, dass immer weniger Bürgerinnen und Bürger über eigene Erfahrungen aus der Zeit der Deutschen Teilung verfügen und damit individuelle Anknüpfungspunkte für das Erinnern schwinden. Aus ihrer Sicht braucht es daher Brücken zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart wie sie die Gedenkstätten darstellen.

Als Lernorte für Demokratie sind die Gedenkstätten, so die SED-Opferbeauftragte, Teil der kritischen Infrastruktur unserer Demokratie. So vermitteln die Gedenkstätten in besonderer Weise den Wert von Freiheit und Menschenrechte. 

Aus ihrer Sicht müssen, so wie Schienen, Straßen und Brücken saniert und modernisiert werden, auch die Einrichtungen zur Geschichtsvermittlung fit gemacht werden, für die Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft. Hierfür gelte es ihren baulichen Erhalt zu sichern und sie gleichzeitig in ihrer Vermittlungsarbeit, insbesondere im digitalen Raum, zu stärken.