Abend der Begegnung in der Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden

Die SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke im Gespräch mit der sächsische Landesbeauftragte Dr. Nancy Aris, Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden. (© Team Zupke)
Am 5. Dezember 2025 besuchte die SED-Opferbeauftragte die Gedenkstätte Bautzner Straße in Dresden. Eingeladen hatte der Trägerverein der Gedenkstätte, Erkenntnis durch Erinnerung e.V., zum jährlichen Abend der Begegnung, an dem insbesondere ehemalige politische Häftlinge, die ihre Inhaftierung in der Haftanstalt in Dresden verbrachten, teilnahmen.
In seiner Eröffnungsrede berichtete der Vorsitzende des Trägervereins der Gedenkstätte, Henry Krause, davon, dass der 5. Dezember von besonderer Bedeutung für die ehemaligen Häftlinge der Bautzner Straße ist. So wurde am 5. Dezember 1989 die ehemalige Bezirksverwaltung der Staatssicherheit von mutigen Bürgerinnen und Bürgern besetzt. Mit der Besetzung wurde der Weg freigemacht für die Aufarbeitung des durch die Staatssicherheit in Dresden begangenen Unrechts und den späteren Gedenkstättenbetrieb.
In ihrem Beitrag hob die sächsische Landesbeauftragte Dr. Nancy Aris die besondere Geschichte der Gedenkstätte hervor. Dass dieser Ort heute als Gedenkstätte genutzt wird, sei keine Selbstverständlichkeit, sondern ist dem Engagement einzelner Bürgerinnen und Bürger zu verdanken. Sie erinnerte hier insbesondere an den vor wenigen Wochen verstorbenen Lothar Klein, der schon Anfang der 1990er-Jahre die besondere Bedeutung des Gebäudes für die Vermittlung des SED-Unrechts erkannte und dort selbst zu diesem frühen Zeitpunkt Führungen durch das Haus anbot.
Die SED-Opferbeauftragte hob in ihrer Rede den besonderen Beitrag zur Deutschen Einheit, den die politischen Häftlinge durch ihren jahrzehntelangen Widerspruch und Widerstand geleistet haben, hervor. Zudem machte die Bundesbeauftragte deutlich, dass aus ihrer Sicht sich all die Mühen und Herausforderungen der Wiedervereinigung für jeden einzelnen politischen Häftling, der heute in Freiheit leben kann, mehr als gelohnt haben. Im anschließenden Podiumsgespräch mit der sächsischen Landesbeauftragten berichtete die SED-Opferbeauftragte von den vielen Verbesserungen, die Bundestag und Bundesrat für die Opfer in diesem Jahr beschlossen haben. Dieses parteiübergreifende Engagement zeigt, so die Bundesbeauftragte, wie sehr die Politik an der Seite der Opfer steht. Gerade im 35. Jahr der Wiedervereinigung sei dies ein wichtiges Signal.