11.12.2025 | Parlament

Neue Wanderausstellung „Jugendstrafvollzug in der DDR“

Das Bild zeigt eine Frau die hinter einem Pult steht und spricht. Hinter ihr steht ein Plakat mit der Aufschrift Stasi-Unterlagen-Archiv.

Die SED-Opferbeauftragte bei ihrem Grußwort (© Team Zupke)

Auf Einladung der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) und dem Bundesarchiv/Stasi-Unterlagen-Archiv nahm die SED-Opferbeauftragte am 11. Dezember 2025 an der Eröffnung der erweiterten Wanderausstellung „Jugendstrafvollzug in der DDR“ auf dem Campus für Demokratie in Berlin-Lichtenberg teil.

In Ihrem Grußwort betonnte Evelyn Zupke, „Die Geschichte der Jugendhäuser zeigt uns, dass die Diktatur eben nicht nur im direkten Einflussbereich der Staatssicherheit zu finden ist. Die DNA der SED-Diktatur war die Durchdringung der Institutionen. Institutionen, wie die des Jugendstrafvollzugs“.

Der Historiker Prof. Dr. Udo Grashoff sprach im Anschluss über den Haftalltag in den Jugendhäusern, insbesondere dem Jugendhaus „Frohe Zukunft“ in Halle. Beim anschließenden Zeitzeugengespräch berichtete Ralf Steeg, der als 16jähriger wegen versuchter Republikflucht verurteilt und in Halle eingesperrt wurde über die Unterbringung, die geprägt war von einem strengen Tagesablauf, Zwangsarbeit, militärischem Drill und systematischer Drangsalierung, aber auch von Eigensinn und Widerstandsgeist der jungen Inhaftierten.

Die Wanderausstellung beleuchtet auf 16 Tafeln sowie anhand originaler Objekte anschaulich die Realität hinter den Gefängnismauern. Im Mittelpunkt stehen der Haftalltag und die Bedingungen in den Jugendhäusern von Halle, Hohenleuben, Dessau und Torgau.

Die Ausstellung ist noch bis 11. Februar 2026 auf dem Campus für Demokratie, in der ehemaligen Stasi-Zentrale (Haus 22) in Berlin-Lichtenberg, zu sehen.