17.04.2026 | Parlament

Wanderausstellung des Stasi-Unterlagen-Archivs gastiert in Mannheim

Das Bild zeigt einen großen Raum Raum mit Menschen. In diesem Raum stehen mehrere Vitrinen.

Die SED-Opferbeauftragte im Gespräch mit Frau Prof. Dr. Münkel Abteilungsleiterin Vermittlung und Forschung im Stasi-Unterlagen-Archiv und Dr. Christian Groh, Leiter der Abteilung Ausstellung beim MARCHIVUM Mannheim, bei der Eröffnung der Wanderausstellung „Alles Wissen Wollen. Die Stasi und ihre Dokumente“ in Mannheim. (© Team Zupke)

Vor nunmehr zwei Jahren wurde die Wanderausstellung des Bundesarchivs „Alles Wissen Wollen. Die Stasi und ihre Dokumente“ durch die SED-Opferbeauftragte im Mauer-Mahnmal im Deutschen Bundestag eröffnet. Seitdem tourt sie insbesondere durch die westdeutschen Bundesländer. Aktuelle Station ist Mannheim, wo sie am 15. April 2026 in der Abendakademie (Externer Link)eröffnet wurde und bis zum 6. Juni 2026 zu sehen ist.

Nach einem Grußwort von Susanne Deß, Geschäftsführerin der Abendakademie, die unterstrich, dass die Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur und deren Folgen ein gesamtdeutsches Anliegen sei, führte Prof. Dr. Daniela Münkel, Abteilungsleiterin Vermittlung und Forschung im Stasi-Unterlagen-Archiv, in die Ausstellung ein.

In der anschließenden Gesprächsrunde unter dem Titel „Erinnern für die Zukunft“ sprachen Prof. Münkel und die SED-Opferbeauftragte beim Deutschen Bundestag Evelyn Zupke über die unterschiedlichen Aspekte des Wirkens der Stasi und deren Folgen, die sich bis heute bei den Betroffenen zeigen können. Von der Einflussnahme in die Politik der Bundesrepublik, etwa den Stimmenkauf beim Misstrauensvotum gegen Williy Brandt(Interner Link) im Jahr 1972 bis hin zu den persönlichen Schicksalen von Betroffenen, die in das Visier der Stasi geraten waren. Hervorgehoben wurde die bis heute herausragende Bedeutung des Umgangs mit den Stasi-Akten. Viele andere Staaten, in denen Diktaturen gestürzt werden konnten, nehmen sich diesen bis heute zum Vorbild. Für Forschende sind die Akten ein besonderes Gut aber in erster Linie dienen sie den Betroffenen zur Schicksalsklärung und Nachweis der politischen Verfolgung. Moderiert und begleitet wurde das Gespräch von Dr. Christian Groh, Leiter der Abteilung Ausstellung beim MARCHIVUM Mannheim.

 

Hintergrund:

Die Wanderausstellung des Bundesarchivs – Stasi-Unterlagen-Archivs präsentiert insgesamt 21 Objekte zur Geschichte der DDR-Geheimpolizei, ihren Methoden und den Folgen der Bespitzelung für die Betroffenen. Die Faksimiles stammen aus den Beständen des Stasi-Unterlagen-Archivs. Die Ausstellung ist als vor Ort- und zugleich Online-Ausstellung konzipiert: Auf den Vitrinen finden sich neben Kurztexten QR-Codes, die zur Webseite www.alles-wissen-wollen.de(Externer Link) führen. Hier finden die Besucherinnen und Besucher Hintergrundinformationen mit insgesamt knapp 400 Dokumenten, Fotos, Audios und Filmen.

Das Stasi-Unterlagen-Archiv war 2021 in das Bundesarchiv überführt worden und wurde Teil des Bundesarchivs. Das Stasi-Unterlagen-Archiv sichert und bewahrt die hinterlassenen Unterlagen der Staatssicherheit der DDR und stellt sie auf Grundlage des Stasi-Unterlagen-Gesetzes Privatpersonen, Institutionen und der Öffentlichkeit auf Antrag zur Verfügung. Insgesamt lagern in den Beständen mehr als 111 Kilometer Aktenmaterial, mehr als 1,7 Millionen Fotos sowie Karteikarten, Filme, Tondokumente und Mikrofiches. Die neue Wanderausstellung ist als eines der ersten Projekte des Stasi-Unterlagen-Archivs als Teil des Bundesarchivs entstanden.