Gedenken an Michael Gartenschläger und Ausstellungseröffnung
Am 30. April 1976 wurde Michael Gartenschläger bei dem Versuch, eine von der DDR an der innerdeutschen Grenze, bei Wendisch Lieps, installierte Selbstschussanlage (SM 70) abzumontieren, von einem Spezialkommando der Staatssicherheit der DDR erschossen. Dem in der BRD lebenden Handwerker und ehemaligen DDR-Häftling Gartenschläger, der im Jahre 1971 nach zehn Jahren Haft von der Bundesrepublik freigekauft worden war, gelang es zuvor, eine solche SM-70 an der innerdeutschen Grenze zu demontieren. Er wollte so die bis dahin im Westen unbekannte Wirkungsweise der Splittermine zeigen.
Unter dem Titel „Aufbegehren gegen die Diktatur und Grenze: Michael Gartenschläger vor 50 Jahren erschossen“, fand anlässlich seines 50. Todestages im Informationszentrum zur Innerdeutschen Grenze Grenzhus Schlagsdorf eine Gedenkveranstaltung statt. Nach einer Begrüßung durch den Leiter des Informationszentrums, Dr. Andreas Wagner, würdigte die SED-Opferbeauftragte in ihrem Grußwort den Kampf Gartenschlägers gegen das unmenschliche Grenzregime der DDR. „Der Kampf gegen die Diktatur, war es, was Michael Gartenschläger antrieb. Ein Kampf, den er mit seinem Leben bezahlte.“
In seinem Vortag zeichnete Burkhard Bley, Landesbeauftragter für die Aufarbeitung der SED-Diktatur in Mecklenburg-Vorpommern und Mitveranstalter, das viel zu kurze Leben Gartenschlägers nach. Vier Schülerinnen des Gymnasiums Wentorf präsentierten ihr preisgekröntes Hörspiel(Externer Link) über Michael Gartenschläger. Dafür hatten die Schülerinnen einen Jugendfreund Gartenschlägers und weitere Zeitzeugen interviewt, Stasiakten ausgewertet und das Grenzhus Schlagsdorf besucht, wo eine nachgebaute Selbstschussanlage vom Typ SM70 zu besichtigen ist.
Bevor die Wanderausstellung „DDR-Jugendopposition / Das Schicksal Michael Gartenschläger“ eröffnet wurde, berichteten die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Thomas Köckeritz, Neffe von Michael Gartenschläger, Wolfgang Wiese vom Freundeskreis Michael Gartenschläger, Dieter Schmidt als ehemaliger Zollbeamte und Gerline Haker, Schöffin im Prozess gegen die Todesschützen, dem interessierten Publikum aus ihren Erinnerungen.