06.05.2026 | Parlament

35 Jahre Archiv der Bürgerbewegung Leipzig

Das Bild zeigt drei Personen die sich etwas anschauen.
Das Bild zeigt ein Plakat. Es ist ein Einladung Niemals Schweigen! Am 13. August .... Filmvorführung in Berlin zum Tag des Mauerbaus.
Das Bild zeigt zwei Frauen und einen Mann. Sie stehen in einem kleinen Raum mit Metallregalen. In den Regalen liegen übereinandergestapelt viele Kartons.

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Die SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke mit Dr. Saskia Paul und Uwe Schwabe vom Archiv Bürgerbewegung Leipzig (Geschäftsstelle Haus der Demokratie Leipzig). (© Team Zupke)

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Aktenbeispiel aus dem Bestand der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS), im Archiv Bürgerbewegung Leipzig e. V. (© Team Zupke)

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Die SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke mit Dr. Saskia Paul und Uwe Schwabe vom Archiv Bürgerbewegung Leipzig, im Archivraum. (© Team Zupke)

Am 5. Mai 1991 wird von ehemals aktiven Mittgliedern kirchlicher Basisgruppen und unterschiedlicher Oppositionsbewegungen der DDR das Archiv der Bürgerbewegung Leipzig (ABL), um die hinterlassenen Zeugnisse und Quellen der DDR-Opposition, Bürgerbewegung und Widerstand dauerhaft zu sichern, aufzubewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, gegründet.

Diesen 35. Jahrestag der Gründung des ABL hat die SED-Opferbeauftragte zum Anlass genommen, dass Archiv zu besuchen und sich über die umfangreichen Bestände sowie zur historisch-politischen Bildungsarbeit des ABL zu informieren. Im Mittelpunkt standen neben den digitalen Lernmodulen zu Jugendkulturen in der DDR und Transformationszeit, die verschiedenen Aktenbestände der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS). Die Vereinigung der Opfer des Stalinismus wurde 1950 in Westberlin als Organisation ehemals in der SBZ/DDR politisch Inhaftierter gegründet. Sie hatte 1950 mehr als 30.000 Mitglieder und ist somit die größte Vereinigung ehemals politisch Inhaftierter der SBZ und DDR. Unter ihnen befanden sich z.B. Verurteilte Sowjetischer Militärtribunale (SMT), Betroffene der Waldheim-Prozesse, Republikflüchtige und weitere vom Stalinismus Verfolgte. 

Bei einem gemeinsamen Austausch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Archivs im „Haus der Demokratie“, dankte die Opferbeauftragte allen für ihr engagiertes Wirken, die Aufklärungsarbeit über die SED-Diktatur und dafür, dass das Archiv in den 35. Jahren ihres Bestehens ein fester Bestandteil der Leipziger Chronik geworden ist. 2014 wurde das Archiv mit dem Deutschen Nationalpreis ausgezeichnet.

„Die einzigartigen Bestände des Archiv Bürgerbewegung Leipzig sind wie ein Gegengift gegen jede Verklärung der DDR. Die Revolution in der DDR war eben nicht ein Geschenk eines reformbereiten Staates. Ein Staat der aufgewacht wäre und nun bereit war auf die Bevölkerung zuzugehen. Die Akten des Archivs Bürgerbewegung zeigen uns, wie jedes bisschen Freiheit in der DDR und schließlich das Ende der Diktatur hart erkämpft wurden. Hart erkämpft von mutigen Menschen. Um die Existenz und die Bestände des Archivs langfristig zu sichern, werbe ich dafür das Archiv Bürgerbewegung in die institutionelle Förderung aufzunehmen. Die Sicherung der Archivbestände und der begleitenden Bildungsarbeit ist für mich zugleich eine Investition in unsere Demokratie.“