Wanderausstellung „Alles Wissen Wollen. Die Stasi und ihre Dokumente“ im Helmut-Schmidt-Forum in Hamburg
Die Wanderausstellung „Alles Wissen Wollen. Die Stasi und ihre Dokumente“ wurde am 23. April 2024 durch die SED-Opferbeauftragte im Mauer-Mahnmal im Deutschen Bundestag eröffnet. Die Ausstellung gastierte bereits an vielen Orten Deutschlands. Seit dem 17. Juli 2025 ist sie bis zum 3. September im Helmut-Schmidt-Forum in Hamburg zu sehen. „Die Wanderausstellung bietet mit ihren unterschiedlichen Objekten aus Schriftstücken, Karteikarten, Tonbändern oder Fotos Einblicke in das Handeln der DDR-Staatssicherheit, die ihre Bürgerinnen und Bürger ausspionierte, manipulierte und überwachte. Sie bietet damit einen wichtigen direkten Einblick in einen der Maschinenräume der SED-Diktatur“, so Evelyn Zupke.

Die Wanderausstellung „Alles.Wissen.Wollen.“ ist noch bis zum 3. September 2025 im Helmut-Schmidt-Forum zu sehen. (© Team Zupke)
Bei der Eröffnungsveranstaltung, mit Grußworten von Dr. Meik Woyke, dem Vorstandsvorsitzenden und Geschäftsführer der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung, und Prof. Dr. Daniela Münkel, Abteilungsleiterin Vermittlung und Forschung im Stasi-Unterlagen-Archiv, diskutierten Frau Münkel und Theresa Hertrich, Koordinatorin des Projekts „Demokratie vor Ort: Resonanz – Raum – Ausstellung“, über die Bedeutung der Stasi-Unterlagen für das heutige Verständnis unserer demokratischen Gesellschaft.
Im Anschluss an die Diskussionsrunde führte die SED-Opferbeauftragte ein Gespräch mit dem seit seinem Freikauf im Jahr 1981 in Hamburg lebenden ehemaligen politischen Häftling Uwe Kaspereit. Dabei schilderte Herr Kaspereit eindrücklich, wie er als Jugendlicher mit der Staatssicherheit in Konflikt geriet und welche Folgen seine Einstellungen zur DDR, sein Ausreisewunsch und das Verteilen von Flugblättern für ihn hatten. Uwe Kaspereit erlebte dabei die Bespitzlung durch insgesamt 13 Inoffizielle Mitarbeiter der DDR-Geheimpolizei – mit allen suchte er nach dem Mauerfall das Gespräch.
Vor der Ausstellungseröffnung stand die SED-Opferbeauftragte interessierten Bürgerinnen und Bürgern für einen Austausch zur Verfügung.
Hintergrund:
Die Wanderausstellung des Bundesarchivs – Stasi-Unterlagen-Archiv präsentiert insgesamt 21 Objekte zur Geschichte der DDR-Geheimpolizei, ihren Methoden und den Folgen der Bespitzelung für die Betroffenen. Die Faksimiles stammen aus den Beständen des Stasi-Unterlagen-Archivs. Die Ausstellung ist als vor Ort- und zugleich Online-Ausstellung konzipiert: Auf den Vitrinen finden sich neben Kurztexten QR-Codes, die zur Webseite www.alles-wissen-wollen.de führen. Hier finden die Besucherinnen und Besucher Hintergrundinformationen mit insgesamt knapp 400 Dokumenten, Fotos, Audios und Filmen.
Das Stasi-Unterlagen-Archiv war 2021 in das Bundesarchiv überführt worden und wurde Teil des Bundesarchivs. Das Stasi-Unterlagen-Archiv sichert und bewahrt die hinterlassenen Unterlagen der Staatssicherheit der DDR und stellt sie auf Grundlage des Stasi-Unterlagen-Gesetzes Privatpersonen, Institutionen und der Öffentlichkeit auf Antrag zur Verfügung. Insgesamt lagern in den Beständen mehr als 111 Kilometer Aktenmaterial, mehr als 1,7 Millionen Fotos sowie Karteikarten, Filme, Tondokumente und Mikrofiches. Die neue Wanderausstellung ist als eines der ersten Projekte des Stasi-Unterlagen-Archivs als Teil des Bundesarchivs entstanden.