Die SED-Opferbeauftragte im Dialog mit Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten
Auf Einladung der Axel Springer Academy of Journalism & Technology stand die SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke 18 Volontärinnen und Volontären im Rahmen des Formats „Off the record“ für ein Gespräch zur Verfügung. Im Fokus des intensiven Austauschs standen die persönliche Geschichte Evelyn Zupkes als Oppositionelle in der DDR, die Unterstützung der Opfer und der Umgang mit den Folgen der SED-Diktatur sowie aktuelle gesellschaftspolitische Herausforderungen.
Die Axel Springer Academy of Journalism & Technology gilt als eine der modernsten Journalistenschulen im deutschsprachigen Raum. Sie bereitet angehende Redakteurinnen und Redakteure auf die digitale Medienwelt vor. Im Rahmen des Formats „Off the record“ führen die Volontärinnen und Volontäre mit Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens Hintergrundgespräche. Das Interview, geführt von zwei Hauptinterviewern des „Teams 39“, spannte einen weiten Bogen von der Geschichte bis in die Gegenwart.
Ein zentrales Thema war der persönliche Werdegang von Evelyn Zupke. Besonderes Interesse galt ihrem Engagement im Weißenseer Friedenskreis, die Aufdeckung der DDR-Kommunalwahlfälschung 1989 sowie die damit verbundenen persönlichen Ängste. Auch die Erfahrung mit Inoffiziellen Mitarbeitern (IM) der Staatssicherheit im eigenen Umfeld wurde thematisiert. Zudem diskutierte die Runde über die Transformationserfahrungen nach der Wiedervereinigung, über aktuelle Herausforderungen in unserer heutigen Demokratie sowie über die Auswirkungen der jüngsten Verbesserungen, die der Deutsche Bundestag und der Bundesrat beschlossen hatten. Hier berichtete die SED-Opferbeauftragte insbesondere über den neu eingerichteten bundesweiten Härtefallfonds, der SED-Opfer unabhängig von ihrem Wohnort im ganzen Land unterstützt.
Im Gespräch wurde deutlich, wie komplex die Auseinandersetzung mit dem SED-Unrecht und ihren Folgen bleibt.
Für die SED-Opferbeauftragte ist solch ein Austauschformat ein besonderes Anliegen: „Die angehenden Journalistinnen und Journalisten tragen die Perspektiven und Anliegen der Betroffenen und ihrer Angehörigen in die Zukunft. Nur so erreichen wir jüngere Generationen und halten das Bewusstsein für das Unrecht der SED-Diktatur lebendig.“, so Zupke.