„Aufklärung über die Diktatur stärkt unsere Demokratie“ – Evelyn Zupke im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern in Bargteheide
Am 12. Mai 2026 war die SED-Opferbeauftragte zu Gast am Kopernikus Gymnasium Bargteheide (Schleswig-Holstein). Im Rahmen eines Zeitzeugengesprächs tauschte sie sich mit zahlreichen Schülerinnen und Schülern über ihre Erfahrungen als Oppositionelle in der DDR, über die Friedliche Revolution und über ihre heutige Arbeit als SED-Opferbeauftragte aus. Insgesamt nahmen rund 100 Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte an der Veranstaltung teil.
Eingeladen hatte Susann Laatsch, Lehrerin für Wirtschaft/Politik, Geschichte und Berufsorientierung am Kopernikus Gymnasium Bargteheide. Sie unterrichtet ein Profilseminar Geschichte des 12. Jahrgangs zum Thema „Auf die Straße! Protest und Bewegung in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“. Im Rahmen des Seminars beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler auch mit Opposition und Widerstand in der DDR.
Die Jugendlichen stellten Evelyn Zupke zahlreiche Fragen zu ihrer Schul- und Jugendzeit in der DDR, zu ihrer politischen Sozialisation sowie zu ihrem Engagement im Weißenseer Friedenskreis. Dabei interessierten sie sich besonders für die verschiedenen Formen des Widerstands, für die kirchlichen Schutzräume, für die Netzwerke oppositioneller Gruppen und für die Erfahrungen mit der Staatssicherheit der DDR. Auch die Aufdeckung des Wahlbetrugs bei den DDR-Kommunalwahlen am 7. Mai 1989 und die Folgen für die Beteiligten wurden intensiv thematisiert.

Die Schülerinnen und Schüler haben sich im Rahmen ihres Profilseminars Fragen ausgedacht, die sie der Bundesbeauftragten stellen möchten. (© Kopernikus Gymnasium Bargteheide)
Darüber hinaus berichtete Evelyn Zupke über ihre heutige Arbeit als SED-Opferbeauftragte und sprach mit den Schülerinnen und Schülern über aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen und die Bedeutung demokratischen Engagements. Dabei hob sie hervor, wie bedeutsam die Aufklärung über die Diktatur für unsere heutige Demokratie ist. Das große Interesse und die intensive Vorbereitung der Jugendlichen prägten die Atmosphäre des Gesprächs.
Für die Bundesbeauftragte sind Begegnungen mit jungen Menschen ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit: „Demokratie lebt davon, dass junge Menschen Fragen stellen, kritisch bleiben und sich einmischen. Gerade deshalb sind solche Gespräche so wichtig“, betont Zupke.