29.04.2026 | Parlament

Enthüllung der Gedenktafel für Heiko Runge am Schülerwohnheim in Halle-Neustadt

Das Foto zeigt zwei Männer und zwei Frauen, die nebeneinander draußen vor dem Eingang eines Wohnhauses stehen. Sie lächeln in die Kamera. Es handelt sich um ein Gruppenfoto. Links und rechts vom Eingang stehen zwei Wimpel-Fahnen mit der Aufschrift Halle Saale. An der Hauswand hinter der Gruppe ist ein Metallschild angebracht.
Das Foto zeigt ein Metall-Schild das an einer Außenfassade eines Wohnhauses befestigt ist. Darauf steht etwas geschrieben. Zu erkennen sind die Worte SCHÜLERWOHNHEIM Heiko Runge
Das Foto zeigt ca. 40 Menschen, die draußen vor einem Wohnkomplex stehen und in eine Richtung schauen. Besonders sticht eine Frau mit Hut hervor (SED-Opferbeauftragte).

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Michael Teupel, Initiator der Gedenktafel Heiko Runge, Evelyn Zupke, SED-Opferbeauftragte beim Deutschen Bundestag, Guido Haak, Vorsitzender im Stadtrat Halle/Saale (CDU), und Katharina Brederlow, Beigeordnete für Bildung und Soziales der Stadt Halle/Saale (SPD) (v.l.n.r.). (© Team Zupke)

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Die Gedenktafel soll an den aus Halle/Saale stammenden Schüler Heiko Runge erinnern, der im Alter von 15 Jahren bei einem Fluchtversuch über die innerdeutsche Grenze von zwei DDR-Grenzsoldaten erschossen wurde. (© Team Zupke)

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Die Bundesbeauftragte und Thomas Kluger, Richter am Landgericht Magdeburg und Antisemitismusbeauftragter der Generalstaatsanwaltschaft Naumburg, (links von ihr) wohnen der Enthüllungsveranstaltung bei. (© Team Zupke)

Am 29. April sprach die SED-Opferbeauftragte bei der Enthüllung einer Gedenktafel für des am 8. Dezember 1979 von DDR-Grenzsoldaten erschossenen jugendlichen Heiko Runge in Halle.

Das Bild zeigt ein Mehrfamilienhaus von außen im Weitwinkel. Es handelt sich um ein modernisiertes Haus in Plattenbauweise. Vor einem der Eingänge stehen ca. 30 Menschen.

Das Schülerwohnheim in Halle/Neustadt. (© Team Zupke)

Von nun an trägt ein Wohnheim für Berufsschülerinnen und -schüler den Namen des an der innerdeutschen Grenze erschossenen Heiko Runge. Er wäre an diesem Tag eigentlich 62 Jahre alt geworden. Runge wuchs in Halle-Neustadt auf und hatte im Alter von 15 Jahren zusammen mit seinem Schulfreund versucht, die innerdeutsche Grenze im Harz zu überqueren. Dort wurden 51 Schüsse auf die beiden Jugendlichen abgegeben, einer davon traf Heiko in den Rücken. Laut Gerichtsmedizin ein Brustkorbdurchschuss mit ausgedehnter Lungenverletzung. Er war sofort tot.

Der Mutter erzählte man, dass ihr Sohn Heiko bei einem Unfall verstarb. Seine Mitschülerinnen und Mitschüler durften dennoch nicht bei der Beerdigung erscheinen. Sein Freund und Fluchtkomplize wurde verhaftet und leidet bis heute unter starken Schuldgefühlen. Erst nach dem Ende der DDR erfahren seine Mutter und Schwester von dem vereitelten Fluchtversuch. 

Neben dem Initiator der Benennung des Wohnheims Michael Teupel, nahmen u.a. Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Halle, des Stadtrats, des Dachverbands der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG), des Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Sachsen-Anhalt, der Hausverwaltung des Wohnheims, der Schülerinnen und Schüler sowie Thomas Kluger, Antisemitismusbeauftragter der Justiz des Landes Sachsen-Anhalt und Richter am Landgericht Magdeburg teil. 

Die Stadt Halle hatte durch einen Beschluss des Stadtrats der Benennung des Wohnheimes zugestimmt. Die SED- Opferbeauftragte sieht darin ein wichtiges Signal an die Betroffenen und Angehörigen der Opfer und bekennt dieser für sie wichtigen Geste einen Vorbildcharakter zu. „Heiko Runge ermutigt uns zum Widerspruch“, betonte die Opferbeauftragte bei ihrem Grußwort am Gustav-Weidanz-Weg 3, „zugleich mahnt er uns, wie kostbar unsere Freiheit ist. Seine Botschaft an uns alle ist klar und deutlich: Nie wieder Diktatur!“, schloss die Bundesbeauftragte ihren Redebeitrag ab.