Enthüllung der Gedenktafel für Heiko Runge am Schülerwohnheim in Halle-Neustadt
Am 29. April sprach die SED-Opferbeauftragte bei der Enthüllung einer Gedenktafel für des am 8. Dezember 1979 von DDR-Grenzsoldaten erschossenen jugendlichen Heiko Runge in Halle.

Das Schülerwohnheim in Halle/Neustadt. (© Team Zupke)
Von nun an trägt ein Wohnheim für Berufsschülerinnen und -schüler den Namen des an der innerdeutschen Grenze erschossenen Heiko Runge. Er wäre an diesem Tag eigentlich 62 Jahre alt geworden. Runge wuchs in Halle-Neustadt auf und hatte im Alter von 15 Jahren zusammen mit seinem Schulfreund versucht, die innerdeutsche Grenze im Harz zu überqueren. Dort wurden 51 Schüsse auf die beiden Jugendlichen abgegeben, einer davon traf Heiko in den Rücken. Laut Gerichtsmedizin ein Brustkorbdurchschuss mit ausgedehnter Lungenverletzung. Er war sofort tot.
Der Mutter erzählte man, dass ihr Sohn Heiko bei einem Unfall verstarb. Seine Mitschülerinnen und Mitschüler durften dennoch nicht bei der Beerdigung erscheinen. Sein Freund und Fluchtkomplize wurde verhaftet und leidet bis heute unter starken Schuldgefühlen. Erst nach dem Ende der DDR erfahren seine Mutter und Schwester von dem vereitelten Fluchtversuch.
Neben dem Initiator der Benennung des Wohnheims Michael Teupel, nahmen u.a. Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Halle, des Stadtrats, des Dachverbands der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG), des Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Sachsen-Anhalt, der Hausverwaltung des Wohnheims, der Schülerinnen und Schüler sowie Thomas Kluger, Antisemitismusbeauftragter der Justiz des Landes Sachsen-Anhalt und Richter am Landgericht Magdeburg teil.
Die Stadt Halle hatte durch einen Beschluss des Stadtrats der Benennung des Wohnheimes zugestimmt. Die SED- Opferbeauftragte sieht darin ein wichtiges Signal an die Betroffenen und Angehörigen der Opfer und bekennt dieser für sie wichtigen Geste einen Vorbildcharakter zu. „Heiko Runge ermutigt uns zum Widerspruch“, betonte die Opferbeauftragte bei ihrem Grußwort am Gustav-Weidanz-Weg 3, „zugleich mahnt er uns, wie kostbar unsere Freiheit ist. Seine Botschaft an uns alle ist klar und deutlich: Nie wieder Diktatur!“, schloss die Bundesbeauftragte ihren Redebeitrag ab.