29.04.2026 | Parlament

Die SED-Opferbeauftragte zu Gast in der Riebeckstr. 63 und beim Erzählcafé

Das Foto zeigt ca. 25 Menschen, die in einem Raum an einem runden Holztisch sitzen. Es handelt sich dabei überwiegend um Frauen.
Das Foto zeigt 5 Frauen und 1 Mann, die draußen auf einem Hof stehen. Im Hintergrund ist ein Teil eines modernisierten Altbaus zu sehen.
Das Foto zeigt zwei Frauen in einem Raum. Sie schauen sich eine Ausstellung an und halten jeweils eine Holztafel in der Hand, auf die sie drauf schauen.

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Die SED-Opferbeauftragte tauschte sich beim Erzählcafé u. a. mit betroffenen Frauen aus. (© Team Zupke)

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Die Bundesbeauftragte bei einem Rundgang auf dem Gelände der ehemaligen Venerologischen Station in der Riebeckstraße 63 in Leipzig mit Projektmitarbeitenden des Vereins Initiative Riebeckstraße 63 e. V. (© Team Zupke)

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Die Projektmitarbeitende Annekathrin Richter führt die Bundesbeauftragte durch die Werkstattausstellung „Ausgrenzung, Arbeitszwang & Abweichung“, die sich in den Räumen des ehemaligen Pförtnerhauses befindet. (© Team Zupke)

Die SED-Opferbeauftragte besuchte am 29. April 2026 das Gelände der ehemaligen Venerologischen Station in der Riebeckstraße 63 und kam anschließend beim Erzählcafé in Leipzig mit Zeitzeuginnen der Geschlossenen Venerologischen Station Leipzig-Thonberg ins Gespräch.

Das Erzählcafé ist eine offene Gesprächsrunde, welche seit November 2023 existiert und sich vorrangig an Frauen richtet, die währen der DDR-Zeit in Geschlossene Venerologische Stationen zwangseingewiesen wurden. Das Café steht auf Wunsch der Betroffenen allen Interessierten offen, um zuzuhören und Fragen zu stellen.

Die betroffenen Frauen berichteten der SED-Opferbeauftragten von ihren Erlebnissen in den Venerologischen Stationen, von der Zusammenarbeit von Volkspolizei, Jugendhilfe und dem medizinischen Personal, von den Schwierigkeiten im Leben danach und von ihren Bedürfnissen heute. 
Deutlich wurde dabei auch, dass das Erlebte nicht nur die Frauen selbst für ihr ganzes Leben prägt, sondern sich auch stark auf deren Partnerinnen, Partner und Kinder auswirkt, ganz egal, wann diese in ihr Leben traten.
Die Opferbeauftragte informierte über die aktuellen Rehabilitierungs- und Unterstützungsmöglichkeiten nach § 17 a und § 18 StrRehaG, über die Entwicklungen beim bundesweiten Härtefallfonds sowie über den Arbeitsstand der Richtlinie zu gesundheitlichen Folgeschäden.

Initiiert wurde die Veranstaltungsreihe der Erzählcafés im Rahmen der Konzeption einer Wanderausstellung durch die Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau(Externer Link) und den Verein Initiative Riebeckstr. 63 e. V.(Externer Link), welcher sich auf dem Gelände der ehemaligen Station befindet und sich mit der gesamten Historie des Ortes auseinandersetzt. Die Ausstellung „Einweisungsgrund: Herumtreiberei. Disziplinierung in Venerologischen Stationen und Spezialheimen der DDR“ wandert seit 2024 durch Deutschland und gastiert vorwiegend an den Standorten der ehemaligen geschlossenen Stationen. So war sie bereits Anfang März bei dem Fachgespräch der SED-Opferbeauftragten zur Thematik im Deutschen Bundestag zu sehen. Der Verein bietet zudem Führungen und Audio-Rundgänge an.
Die Ausstellung, die Führungen und das Erzählcafé erfahren positive Resonanzen und sind ein wichtiger Beitrag für die Sichtbarkeit der Schicksale der betroffenen Frauen.