Großer Andrang beim Tag der Ein- und Ausblicke 2026 im Deutschen Bundestag: SED-Opferbeauftragte zieht positive Bilanz
Am Sonntag, den 3. Mai 2026, öffnete der Deutsche Bundestag zum 19. Mal seine Türen für die Öffentlichkeit. Über Elftausend Gäste nutzten die Gelegenheit, hinter die Kulissen der parlamentarischen Arbeit zu blicken. Mit Informationsständen, Führungen, Bürgerdialogen und Podiumsdiskussionen informierten die Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und das Präsidium, die Fraktionen, die Beauftragten beim Bundestag, die Ausschüsse und die Bundestagsverwaltung über ihre Arbeit. Auch die SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke war mit einem vielfältigen Informationsangebot vertreten und konnte sich über ein enormes Interesse an ihrer Arbeit und an den Schicksalen der SED-Opfer freuen.
Der Präsentationsbereich der SED-Opferbeauftragten im Reichstagsgebäude entwickelte sich am vergangenen Sonntag zu einem zentralen Anlaufpunkt für zahlreiche Besucherinnen und Besucher. Unter dem Titel „65 Jahre Mauerbau – Diktatur verstehen. Demokratie gestalten“ informierte die Bundesbeauftragte gemeinsam mit ihrem Team über ihr Amt, über die verschiedenen Betroffenengruppen sowie über die Erfolge in der Verbesserung der sozialen Lage der Opfer der SED-Diktatur.

Die Bundesbeauftragte führt die Vizepräsidentin beim Deutschen Bundestag Josephine Ortleb, MdB, durch die Ausstellung „Niemand hat die Absicht – Herbert Ernst. Ein Leben in Berlin.“ vom Dokumentationszentrum am Moritzplatz in Zusammenarbeit mit Ralf Gründer (Berlin). (© Team Zupke)
Zudem präsentierte die Bundesbeauftragte ihren Gästen die Ausstellung „Niemand hat die Absicht – Herbert Ernst. Ein Leben in Berlin“, welche vom Dokumentationszentrum am Moritzplatz in Zusammenarbeit mit Ralf Gründer (Berlin) als Würdigung der Arbeit des Kameramannes Herbert Ernst erstellt wurde. Mithilfe von Screenshots aus seinen Filmreportagen beleuchtet die Ausstellung eindringlich die Ereignisse im geteilten Berlin.
Quiz, Zeitzeugengespräch und Interview, Führung
Besonders großen Zuspruch fand das von der Opferbeauftragten angebotene Quiz „65 Jahre Mauerbau, 36 Jahre Deutsche Einheit“. Viele Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, ihr Wissen zu testen und sich anschließend vertiefend über die Arbeit des Amtes und über die aktuellen Schwerpunkte der Arbeit der Opferbeauftragten zu informieren.
Ein emotionaler Höhepunkt war das Zeitzeugengespräch, das Evelyn Zupke mit dem bekannten Fluchthelfer Burkhart Veigel führte. Im intensiven Austausch schilderte Veigel die Gefahren und die Motivation hinter seinen spektakulären Fluchthilfeaktionen durch Tunnel und in umgebauten Fahrzeugen. Für die SED-Opferbeauftragte sind solche Begegnungen unverzichtbar: „Die lebendige Erinnerung von Zeitzeugen wie Burkhart Veigel schärft unser Bewusstsein für den Wert von Freiheit und Rechtsstaatlichkeit heute“, so die Opferbeauftragte.
Im Rahmen des Bühnenprogramms im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus stand Evelyn Zupke zudem Rede und Antwort. Zupke erläuterte im Interview die Fortschritte bei der Anerkennung von DDR-Unrechtsbiografien und betonte die Notwendigkeit, das Schicksal der Betroffenen auch 36 Jahre nach der Wiedervereinigung fest im gesellschaftlichen Gedächtnis zu verankern.

Niels Schwiderski, Leiter der Geschäftsstelle der SED-Opferbeauftragten, führte die Gäste durch die Bundestagsliegenschaften „Auf den Spuren von Mauer und Grenze“. (© Team Zupke)
Darüber hinaus begab sich der Leiter der Geschäftsstelle der SED-Opferbeauftragten Niels Schwiderski gemeinsam mit einigen Gästen bei einer Führung durch die Bundestagsliegenschaften „Auf den Spuren von Mauer und Grenze“. Die Teilnehmenden waren erstaunt über die wechselvolle Geschichte dieses Ortes im geteilten Berlin. Besonders ergriffen waren sie von den Schicksalen der Menschen, die beim Versuch die Grenze zu überwinden, in direkter Nähe zum Reichtstagsgebäude zu Tode kamen.