13.08.2026 | Parlament

65 Jahre Mauerbau: Zentrales Gedenken in der Kapelle der Versöhnung

Kappelle, Frau an Redepult neben Altar, andächtig lauschendes Publikum

Gedenkveranstaltung in der Kapelle der Versöhnung im ehemaligen Todesstreifen (© Deutscher Bundestag, Henning Schacht)

Am 65. Jahrestag des Mauerbaus nahm die SED-Opferbeauftragte des Deutschen Bundestages, Evelyn Zupke, an der zentralen Gedenkveranstaltung der Stiftung Berliner Mauer teil. 

Zwei Frauen fassen sich innig an den Händen zur Begrüßung

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und Evelyn Zupke in der Kapelle der Versöhnung (© Deutscher Bundestag, Henning Schacht)

Die Andacht fand in der Kapelle der Versöhnung statt – einem der spannungsreichsten Orte der deutschen Teilung. An dieser Stelle stand einst die Versöhnungskirche, mitten im Todesstreifen gelegen. Die DDR ließ die Kirche 1985 sprengen.

Die Festrede hielt Bundestagspräsidentin Julia Klöckner. Sie erinnerte daran, wie der staatliche Terror nach dem Mauerbau immer effizienter und menschenfeindlicher wurde – und wie die DDR sich zugleich als freiheitlicher Staat inszenierte: Das Wort „Demokratie“ stand rund 90-mal in ihrer Verfassung, freie Wahlen wurden vorgetäuscht, Freizügigkeit und Auswanderung versprochen. Klöckner brachte den Widerspruch auf den Punkt: „Der Schein war Demokratie, der Schatten war die Diktatur.“

Metallmauer, Blumenkränze, andächtig davorstehende Peronen

Kranzniederlegung am Denkmal der Gedenkstätte Berliner Mauer (© Stiftung Berliner Mauer, Norman Behrendt)

Zum Abschluss der Veranstaltung wurden am Denkmal der Gedenkstätte Berliner Mauer zahlreiche Kränze niedergelegt, auch von Evelyn Zupke. Sie betonte: „Der Mauerbau war die in Beton gegossene Botschaft der SED an die DDR-Bürger: Eure Freiheit liegt in unseren Händen.“

Das Gedenken an diesem Tag galt den Toten der Mauer. Es galt aber auch den Wunden, die die deutsche Teilung und die SED-Diktatur verursacht haben – Narben, die bis heute sicht- und spürbar sind, in Ost und West, in Familien und im politischen Alltag.