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SED-Opferbeauftragte

Artikel

Die SED-Opferbeauftragte beim Deutschen Bundestag

Evelyn Zupke mit dem Reichstagsgebäude im Hintergrund

Evelyn Zupke, SED-Opferbeauftragte beim Deutschen Bundestag

© picture alliance/dpa | Michael Kappeler

Evelyn Zupke wurde am Donnerstag, 10. Juni 2021, in das Amt der Bundesbeauftragten für die Opfer der SED-Diktatur gewählt.

Die SED-Opferbeauftragte hat die Aufgabe als Ombudsperson für die Anliegen der Opfer der SED-Diktatur zu wirken und zur Würdigung der Opfer des Kommunismus in Deutschland beizutragen. Sie berät den Deutschen Bundestag und seine Ausschüsse, die Bundesregierung sowie andere öffentliche Einrichtungen in Fragen, die die Angelegenheiten der Opfer der SED-Diktatur und der kommunistischen Herrschaft in der Sowjetischen Besatzungszone in Deutschland und in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik betreffen. Die öffentlichen Stellen des Bundes und der Länder sollen die SED-Opferbeauftragte bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben unterstützen.

Im Auftrag des Parlamentes

Die SED-Opferbeauftragte nimmt ihre Aufgaben als Hilfsorgan des Deutschen Bundestages wahr. Sie wird vom Deutschen Bundestag für fünf Jahre gewählt und ist dem Parlament direkt unterstellt. Die SED-Opferbeauftragte ist in der Ausübung ihres Amtes unabhängig und nur dem Gesetz unterworfen. Sie legt dem Deutschen Bundestag jährlich einen Bericht zur aktuellen Situation der Opfer der SED-Diktatur vor. Sie kann von den Ausschüssen des Deutschen Bundestages beauftragt werden Berichte vorzulegen und kann selbst jederzeit dem Parlament Stellungnahmen zu unterschiedlichen Themen vorlegen.

Zur Person

Evelyn Zupke, am 28. Februar 1962 in Binz geboren, ist ausgebildete Heilerziehungspflegerin und Fachberaterin für Psychotraumatologie. Ab 2008 war sie als Sozialpädagogin in der ambulanten Eingliederungshilfe für Menschen mit psychischer Erkrankung in Hamburg tätig. 
Evelyn Zupke war ab 1987 Teil des oppositionellen Friedenskreises Weißensee und sorgte 1989 maßgeblich für die Aufdeckung des Wahlbetruges bei den DDR- Kommunalwahlen. Zupke und ihre Mitstreiter stellten bei der Staatsanwaltschaft Strafantrag, woraufhin sie vom Staatssicherheitsdienst verfolgt wurden. Trotz der Verfolgung durch die Staatsicherheit setze Zupke ihr Engagement fort und organisierte öffentliche Protestaktionen u.a. auf dem Berliner Alexanderplatz. 
In den Jahren 1989 und 1990 war sie Teil des Rundes Tisches in Berlin-Weißensee und engagierte sich zudem in der Initiative Frieden und Menschenrechte (IFM) und im Archiv der DDR- Opposition der Robert-Havemann-Gesellschaft. 
Seit mehr als 20 Jahren ist Zupke als Zeitzeugin in Schulen deutschlandweit tätig. Sie ist zudem Mitglied im Beirat für den Härtefallfond für Opfer der SED-Diktatur beim Berliner Aufarbeitungsbeauftragten. In 2001 erhielt sie für ihr Engagement den Verdienstorden des Landes Berlin.

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