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Presse

Digitalvorhaben bei der Beauftragten für Kultur und Medien

Ausschuss Digitale Agenda/Ausschuss - 28.01.2021 (hib 126/2021)

Berlin: (hib/LBR) Über die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Kultur- und Medienlandschaft hat der Ausschuss Digitale Agenda in seiner Sitzung am Mittwoch mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters (CDU), diskutiert. Diese berichtete auch über Digitalvorhaben in ihrem Ressort.

„Bei aller Bitterkeit über die Corona-Situation, gerade im Kulturbereich, der im Lebensnerv getroffen wurde und wo viel Verzweiflung herrscht, hat die Krise wie ein Katalysator hinsichtlich der Digitalisierung gewirkt“, sagte Grütters. Vom Wohnzimmerkonzert über die digitale Konzerthalle bis zur Ballettaufführung - viele kreative Ideen seien viral gegangen und hätten die Menschen begeistert. Im Programm „Neustart Kultur“ seien mit 150 Millionen Euro „erhebliche Mittel“ für die Digitalisierung bereitgestellt worden, im Bereich Hardware, aber auch bei der Beratung.

Gleichzeitig könne der Bildschirm nicht alles ersetzen, da Kultur oft auf „Begegnung, Austausch und Kommunikation“ angewiesen sei. Ein großes Problem sei, dass es bei allen Anstrengungen noch keine vernünftigen digitalen Geschäftsmodelle für Künstler gebe. Mit den strategischen Elementen Vermittlung, Vernetzung und Verständigung nannte Grütters drei Ziele für einen Zugang zu Kultur und gesellschaftlich relevanten Debatten - analog und im Netz. Beispielhafte Projekte, die über ihr Haus gefördert würden, seien das Projekt „Inside Blechtrommel“ vom Günther Grass-Haus in Lübeck mit dem per virtual und augmented reality „ein kultureller Spaziergang“ in den weltberühmten Roman angeboten werde. Auch werden Vorhaben für die Auseinandersetzung mit Fake News im Netz gefördert, wie etwa das Projekt #anstanddigital der kirchlichen Akademien, bei dem es darum gehe, wertebasiertes Benehmen ins Netz zu übertragen sagte Grütters.

Die Abgeordneten konzentrierten sich in ihren Nachfragen darauf, wie die Digitalisierung von Museumsgütern - auch über längere Zeiträume - aussehen könne. Grütters nannte diesbezüglich zwei weitere Flaggschiff-Projekte, die Deutsche Digitale Bibliothek und das Verbundprojekt „museum4punkt0“, das seit 2017 mit bis zu 25 Millionen Euro gefördert werde. Ein zentrales Thema sei immer wieder die Digitalisierung von Beständen: „Ehrgeiziges Ziel beim neuen Humboldt Forum ist es etwa, dass alle Objekte im Netz verfügbar sind, auch um modellhaft für andere Häuser zu sein“, sagte sie.