Grüne fragen zu ökologischen Finanzrisiken
Berlin: (hib/BAL) Sollen Versicherungen für Aktien und Anleihen mit Bezug zu fossilen Brennstoffen höhere Eigenkapitalunterlegungen vorhalten? Welche Folgen hat die geplante Vereinfachung der Nachhaltigkeitsberichtspflichten auf EU-Ebene auf die Datenverfügbarkeit zur angemessenen Messung klima- und biodiversitätsbezogener Risiken durch Finanzinstitute? Unter anderem diese Fragen soll die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beantworten (21/818).
Unter der Überschrift „Klima- und Biodiversitätsrisiken und eine verzögerte Transformation als Gefahr für das deutsche Finanzsystem“ haben die Abgeordneten insgesamt 38 Fragen formuliert. Sie wollen dabei wissen, wie die Bundesregierung das Ausmaß und die Bedeutung von „nature related financial risks, also finanziellen Risiken, die von Klima- und Biodiversitätsrisiken ausgehen, im Finanzsektor“, einschätzt.
Hierbei verlangen sie unter anderem Auskunft „über den Anteil des Kreditexposures deutscher Banken in Sektoren, die besonders hohe Treibhausgasemissionen und damit besonders hohe Klimarisiken aufweisen“. Auch nach Kredit-Risiken im Bereich der Biodiversität wird gefragt.
Ferner thematisiert die Fragestellerin die Leitlinien der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) zum Umgang mit ökologischen und sozialen Risiken und die Anwendung dieser Leitlinien durch die deutsche Finanzaufsichtsbehörde BaFin. In diesem Zusammenhang wird unter anderem danach gefragt, welche zusätzlichen Kompetenzen und personellen Ressourcen die BaFin im Zusammenhang mit europäischen Vorgaben hat, „um eine angemessene Aufsicht über das Management von Nachhaltigkeitsrisiken in den von ihr beaufsichtigten Instituten sicherzustellen“.