15.07.2025 Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit — Unterrichtung — hib 302/2025

Prüfbericht zur Berechnung der Treibhausgasemissionen 2023

Berlin: (hib/SAS) Die Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) in Deutschland sind 2023 gegenüber dem Vorjahr um 76 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent und somit um rund zehn Prozent von 750 auf 674 Millionen Tonnen Äquivalent gesunken. Das geht aus dem Prüfbericht zur Berechnung der deutschen Treibhausgasemissionen für das Jahr 2023 des Expertenrates für Klimafragen hervor. Der Bericht liegt als Unterrichtung (21/770) vor.

Darin bestätigt der Expertenrat, dass der Verkehrssektor die im Bundes-Klimaschutzgesetz zulässige Jahresemissionsmenge um 12,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent überschritten hat. Beim Gebäudesektor, dessen Emissionen laut Umweltbundesamt um 1,2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent höher als der Zielwert für das Jahr 2023 lagen, ergab die Prüfung kein eindeutiges Ergebnis: Hier kommt der Expertenrat zu dem Schluss, dass eine Erreichung des entsprechenden Zielwerts „etwa ebenso wahrscheinlich ist wie eine Nichterreichung“. Das verwendete Schätzverfahren für die Frühschätzung der Energiebilanz führe in diesem Sektor zu einer „besonderen Unschärfe“ bei der Punktwertung, heißt es im Bericht. Insofern könne der Expertenrat die vom Umweltbundesamt festgestellte knappe Überschreitung „weder bestätigen noch verwerfen“.

Laut dem Bericht hat die Energiewirtschaft mit 51,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent am stärksten zum Rückgang der THG-Emissionen von 2022 auf 2023 beigetragen. Im Industriesektor gingen die Emissionen um 12,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent zurück. Wie bereits im Vorjahr seien dafür vor allem starke Produktionsrückgänge der energieintensiven Industrie verantwortlich, heißt es im Bericht. Dies und die generell schwächelnde Wirtschaft haben auch zum Rückgang der Emissionen im Verkehr, insbesondere im Straßengüterverkehr, um 1,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent beigetragen. Die Emissionen durch den Pkw-Verkehr seien allerdings gestiegen, schreibt der Expertenrat. Im Gebäudesektor war dem Bericht zufolge eine Minderung der Emissionen von 2022 auf 2023 um 8,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent zu verzeichnen. Als wichtigster Einflussfaktor wird hier die Gaseinsparung durch ein geändertes Heizverhalten genannt.