22.07.2025 Gesundheit — Antwort — hib 315/2025

Kein erhöhtes Risiko nach HUS-Aufkommen in Frankreich

Berlin: (hib/SCR) Nach der Häufung schwerer Durchfallerkrankungen bei Kindern in Frankreich sieht die Bundesregierung derzeit kein erhöhtes Risiko für Kinder in Deutschland. Das geht aus ihrer Antwort (21/902) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (21/707) hervor. Französische Behörden hatten laut Bundesregierung insgesamt 31 Erkrankungsfälle gemeldet, darunter zehn Personen mit hämolytisch-urämischem Syndrom (HUS). Ein Kind, das an einem HUS erkrankt war, verstarb den Angaben zufolge. Als Ursache wird eine Infektion mit E.-coli-Bakterien vermutet, die möglicherweise auf Fleischprodukte aus fünf Metzgereien zurückzuführen ist.

Wie aus der Antwort hervorgeht, besteht ein enger Informationsaustausch mit den französischen Behörden über das Robert Koch-Institut (RKI). Nach Angaben der Bundesregierung gibt es bislang keine Hinweise auf einen Import der betroffenen Lebensmittel nach Deutschland. Auch im Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel (RASFF) sei dazu keine Meldung eingegangen. Vergleichbare Krankheitsfälle seien im fraglichen Zeitraum in Deutschland nicht registriert worden.

Vor diesem Hintergrund habe es keine öffentlichen Warnungen oder spezifischen Maßnahmen gegeben. Die bestehenden Überwachungssysteme - darunter die HUS-Surveillance des RKI - seien ausreichend leistungsfähig, heißt es in der Antwort. Von 2015 bis 2024 wurden in Deutschland jährlich zwischen 47 und 73 HUS-Fälle bei Kindern unter 15 Jahren gemeldet. Die Inzidenz lag im Durchschnitt bei 0,5 Fällen pro 100.000 Kindern.