Antisemitische Straftaten im zweiten Quartal 2025
Berlin: (hib/STO) Über antisemitische Straftaten im zweiten Quartal 2025 berichtet die Bundesregierung in ihrer Antwort (21/1489) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (21/1327). Danach wurden dem Bundeskriminalamt für das zweite Quartal dieses Jahres bislang insgesamt 899 Straftaten mit Nennung des Unterthemenfeldes „Antisemitisch“ gemeldet, darunter 21 Gewalttaten (Stichtag: 31. Juli 2025).
Davon entfielen den Angaben zufolge auf die politisch rechts motivierte Kriminalität sieben Gewalt- und 444 sonstige Straftaten und auf die politisch links motivierte Kriminalität 14 sonstige Straftaten. Dem Phänomenbereich der „Politisch motivierten Kriminalität - ausländische Ideologie“ wurden laut Vorlage elf Gewalt- und 311 sonstige Straftaten zugeordnet und dem Phänomenbereich der „Politisch motivierten Kriminalität - religiöse Ideologie“ zwei Gewalt- und 78 sonstige Straftaten. Im Bereich der „Politisch motivierten Kriminalität - Sonstige Zuordnung“ waren eine Gewalttat und 52 sonstige Straftaten zu verzeichnen, wie aus der Antwort weiter hervorgeht.
Danach wurden bei den genannten Straftaten insgesamt 15 Menschen leicht verletzt, davon jeweils sieben aufgrund von Straftaten, die der politisch rechts motivierten Kriminalität beziehungsweise dem Phänomenbereich der „Politisch motivierten Kriminalität - ausländische Ideologie“ zugeordnet sind, und eine Person aufgrund von Straftaten, die dem Phänomenbereich der „Politisch motivierten Kriminalität - religiöse Ideologie- zugeordnet sind,
Zugleich führt die Bundesregierung aus, dass ihrer Ansicht nach eine differenzierte Betrachtung antisemitischer Straftaten notwendig sei, da nicht allein der Rechtsextremismus eine Bedrohung für jüdisches Leben in Deutschland darstelle. Antisemitismus lasse sich in nahezu allen extremistischen Motivationslagen wiederfinden. Insofern stellten auch antisemitische Manifestationen innerhalb des auslandsbezogenen und islamistischen Extremismus sowie des Linksextremismus eine Bedrohung für jüdisches Leben in Deutschland dar. Neben den rechtsextremistischen nähmen insbesondere die Straftaten des auslandsbezogenen Extremismus einen erheblichen Anteil an antisemitischen Straftaten ein. Diese Entwicklung zeige sich insbesondere seit dem Terrorangriff der islamistischen Hamas gegen Israel vom 7. Oktober 2023.