03.12.2025 Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen — Ausschuss — hib 674/2025

Gebäudetyp E soll schnell kommen

Berlin: (hib/HLE) Die Koalitionsfraktionen von Union und SPD drängen auf eine zügige Umsetzung des sogenannten Gebäudetyps E. Damit sollen Planungs- und Bauunternehmen unterstützt werden, den Wohnungsbau zu vereinfachen, pragmatischer zu planen sowie Bauprojekte schneller und kostengünstiger zu realisieren. In einer von der Vorsitzenden Caren Lay (Die Linke) geleiteten Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen am Mittwoch erklärte die Bundesregierung, es habe auf die Vorstellung der Eckpunkte zum Gebäudetyp E durch Justiz- und Bauministerium am 20. November 2025 sehr viele positive Rückmeldungen gegeben. Es werde jetzt darum gehen, mit Ländern, Bauwirtschaft und allen anderen Beteiligten zu reden, um dann den Referentenentwurf im Frühjahr 2026 fertigstellen zu können. Ziel sei es, einen Gesetzentwurf vorzulegen, um rechtssicher, marktkonform und günstiger bauen zu können. Der von der Bundesregierung vorgelegte Bericht wurde vom Ausschuss zur Kenntnis genommen.

Die CDU/CSU-Fraktion sprach die Erwartung aus, dass das Gesetzgebungsverfahren zügig durchgeführt werde. Denn neben dem Bau-Tubo sei der Gebäudetyp E einer der zentralen Bausteine für die Baupolitik der Koalition. Zur Senkung der Baukosten müsse an die Standards herangegangen werden. Wichtig sei, dass eventuelle Haftungsrisiken ausgeräumt würden. Es sei zu überlegen, ob das einfachere Bauen mit dem Gebäudetyp E zum Standard gemacht werden könne, wodurch Haftungsrisiken vermieden werden könnten.

Auch von der AfD-Fraktion hieß es, wenn der Gebäudetyp E nicht rechtssicher eingeführt werde, werde es Klagewellen ohne Ende geben. Eine Lösung könne sein, den Mindeststandard bei Neubauten generell herunterzusetzen.

Die SPD-Fraktion kündigte eine schnelle Durchführung des Verfahrens an. Nach dem Bau-Turbo sei der Gebäudetyp E ein weiterer sehr großer Baustein. Die Koalition unternehme sehr viel, um Bauen wieder schneller und günstiger zu machen. Es herrsche allgemeiner Konsens, dass die hohen Standards im Neubau zur Kostensteigerung beigetragen hätten.

Für die Fraktion Die Linke hat die Präsentation des Gebäudetyps E durch die beiden Ministerien aber mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet worden seien. Wenn zukunftsfähig gebaut werden solle, werde mehr Flexibilität beim Planen gebraucht, um innovativ sein zu können. Offenbar solle jetzt alles, was innovativ sei, herausfallen, und es gehe nur noch um Sparen. Das werde zusammen mit dem Bau-Turbo dazu führen, dass es in Massen billige Modulbauhäuser am Stadtrand geben werde und dass nicht danach gefragt werde, wie lange diese Häuser halten.

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zeigte sich froh, dass jetzt wenigstens die Eckpunkte vorliegen würden. Das sei ein Schritt in die richtige Richtung zum einfacheren Bauen. Auch die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen verlangte mehr Tempo. Hohe Standards würden die Kosten hochtreiben, Zeit kosten und Innovationen bremsen. Es müsse auch darum gehen, eine neue Baukultur zu etablieren.