Bundesbankpräsident plädiert für digitalen Euro
Berlin: (hib/BAL) Bundesbankpräsident Joachim Nagel hat am Montagnachmittag vor dem Finanzausschuss des Deutschen Bundestags abermals eindringlich für die Einführung des digitalen Euro plädiert. Deutschlands oberster Währungshüter betonte dessen Notwendigkeit für die europäische Souveränität im Bereich des digitalen Zahlungsverkehrs. Dieser gehöre zur Grundversorgung. Es gehe dabei nicht um die Abschaffung des Bargelds, sondern um eine Ergänzung, einen „digitalen Zwilling“, erklärte der Bundesbankpräsident.
Nur noch wenige Länder hätten eigene Kartensysteme, sagte Nagel. Die Europäische Zentralbank (EZB) schreibt dazu auf ihrer Internetseite: „In 13 der 20 Länder des Euroraums sind Menschen bei Kartenzahlungen auf die Kartensysteme internationaler Anbieter angewiesen.“ Derzeit erarbeitet das Europa-Parlament eine Positionierung zum digitalen Euro.
Ein klares Bekenntnis legte Nagel auch zur Unabhängigkeit von Zentralbanken ab. Eine unabhängige Währungsbehörde sei erfolgreicher darin, für stabile Preise zu sorgen, als eine unter Einfluss der Politik. Nagel ging in diesem Zusammenhang auf die Situation in den USA ein. Bereits zuvor hatte er sich in einem Interview erschüttert gezeigt über den Umgang von Präsident Donald Trump mit US-Notenbankchef Jerome Powell.