25.02.2026 Kultur und Medien — Ausschuss — hib 135/2026

Weimer: Sondersitzung des Berlinale-Aufsichtsrates

Berlin: (hib/AW) Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat für Donnerstag eine außerordentliche Sitzung des Aufsichtsrats der für die Berlinale zuständigen „Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH“ (KBB) einberufen, um über die Zukunft der Berliner Filmfestspiele zu beraten und die Vorkommnisse während der am vergangenen Wochenende zu Ende gegangenen Berlinale aufzuarbeiten. Darüber informierte Weimer den Kulturausschuss in seiner Sitzung am Mittwoch. Weimer ist Vorsitzender des KBB-Aufsichtsrats. Zugleich trat der Kulturstaatsminister Spekulationen in der Presse über eine bereits getroffene Entscheidung zur Entlassung der Berlinale-Intendantin Tricia Tuttle entgegen. Nicht alles, was aktuell zu lesen sei, entspreche der Wahrheit, sagte Weimer. So hatte beispielsweise die „Bild“-Zeitung bereits am Mittwoch berichtet, Weimer wolle Tuttle an der Spitze der Berlinale ablösen lassen.

Auslöser der Sondersitzung des Aufsichtsrates sind unter anderem die Äußerungen des syrisch-palästinensischen Filmemachers Abdallah Alkhatib, der auf der Berlinale für seinen Film „Chronicles from the Siege“ ausgezeichnet wurde. Alkhatib hatte der Bundesregierung vorgeworfen, „Partner des Völkermords in Gaza zu sein“. Im Verlauf des Filmfestivals hatten zudem 80 internationale Filmschaffende der Berlinale in einem offenen Brief „institutionelles Schweigen“ zum Gaza-Krieg vorgeworfen. Auch Äußerungen von Jurypräsident Wim Wenders zur Rolle von Kunst und Politik hatten Kritik ausgelöst.

Die Vertreter alle Fraktionen im Kulturausschuss begrüßten die Ankündigung Weimers, die Vorkommnisse auf der Berlinale schnell aufarbeiten zu wollen. Die Unionsabgeordnete Ottilie Klein betonte, es könne nicht sein, dass auf der mit Steuergeldern finanzierten Berlinale „Israel-Hass“ und „Hamas-Propaganda“ verbreitet werde. Die Grünen- Abgeordnete Marlene Schönberger führte an, dass die Berlinale zwar Raum für politische Positionierungen geben müsse, das „Gerede von einem Genozid“ aber nicht unwidersprochen hätte bleiben dürfen. Martin Rabanus (SPD) attestierte Tricia Tuttle und der Berlinale-Leitung, sie hätten sich im Zuge der öffentlichen Debatte über die Vorkommnisse während der Berlinale „sehr professionell“ verhalten. Rabanus drückte zudem sein Befremden über die Berichterstattung der „Bild“-Zeitung aus. Der AfD-Parlamentarier Götz Frömming hingegen sagte, die Hoffnungen auf einen Neustart der Berlinale unter Tricia Tuttle hätten sich nicht erfüllt.