26.02.2026 Inneres — Unterrichtung — hib 141/2026

Nettozuwanderung laut Migrationsbericht 2024 zurückgegangen

Berlin: (hib/STO) Als Unterrichtung durch die Bundesregierung liegt der „Migrationsbericht 2024“ (21/4300) vor. Danach ist die Nettozuwanderung nach Deutschland im Jahr 2024 im Vergleich zu 2023 von plus 662.964 auf plus 430.183 Personen zurückgegangen, was einem Rückgang von 35,1 Prozent entspricht.

Dem Bericht zufolge sind im Jahr 2024 insgesamt 1.694.192 Menschen nach Deutschland zugewandert (minus 12,3 Prozent), während die Fortzüge mit 1.264.009 auf dem Niveau von 2023 verblieben (minus 0,4 Prozent). Die Zuwanderung habe 2024 „aus nahezu allen wichtigen Herkunftsländern abgenommen“; sowohl aus der Ukraine als auch aus Rumänien, der Türkei, Polen und Syrien seien weniger Zuzüge verzeichnet worden.

Wie schon in den Jahren zuvor sei die Migration 2024 vor allem von europäischen Wanderungsbewegungen geprägt worden, schreiben die Autoren weiter: So seien 61,3 Prozent der Menschen aus anderen europäischen Ländern nach Deutschland gezogen und etwas mehr als die Hälfte von ihnen aus der EU gekommen (33,2 Prozent).

Auch bei den Fortzügen war Europa laut Vorlage die Hauptzielregion: 68,9 Prozent zogen danach im Jahr 2024 aus Deutschland in ein anderes europäisches Land, 47,2 Prozent wanderten in andere EU-Mitgliedstaaten ab. Erstmals seit 2008 habe Deutschland einen negativen Wanderungssaldo gegenüber den übrigen EU-Ländern verzeichnet.

Die Ukraine habe im Jahr 2024 mit 221.570 Zuzügen und einem Anteil von 13,1 Prozent weiterhin das wichtigste Herkunftsland von Zugewanderten dargestellt, heißt es in der Unterrichtung ferner. An zweiter Stelle folgte danach Rumänien mit 173.563 Zuzügen und einem Anteil von 10,2 Prozent, an dritter Stelle die Türkei mit 88.690 beziehungsweise 5,2 Prozent aller Zuzüge nach Deutschland.

Bei der Abwanderung steht wie schon in den Vorjahren 2024 Rumänien an erster Stelle, wie aus dem Bericht des Weiteren hervorgeht. Danach sind 178.290 Personen in dieses Land fortgezogen (Anteil an der Gesamtabwanderung: 14,1 Prozent). Weitere wichtige Zielländer waren den Angaben zufolge die Ukraine mit 100.460 Fortzügen beziehungsweise 7,9 Prozent, Polen mit 95.107 Fortzügen beziehungsweise 7,5 Prozent und Bulgarien mit 60.866 Fortzügen beziehungsweise 4,8 Prozent. Rumänien, Polen und Bulgarien verzeichneten damit „erstmals seit ihrem jeweiligen EU-Beitritt einen negativen Wanderungssaldo“.

Wie dem Migrationsbericht zugleich zu entnehmen ist, lebten in Deutschland im Jahr 2024 rund 21,2 Millionen Menschen mit Einwanderungsgeschichte, was einem Anteil von 25,6 Prozent an der Gesamtbevölkerung entspricht. Den größten Anteil machten dabei selbst eingewanderte Personen mit 75,6 Prozent aus (1. Generation), während die Nachkommen von Eingewanderten 24,4 Prozent stellten (2. Generation). Letztere sind laut Vorlage in Deutschland geboren, beide Elternteile jedoch seit 1950 nach Deutschland eingewandert. 43,7 Prozent der Menschen mit Einwanderungsgeschichte sind der Unterrichtung zufolge deutsche Staatsangehörige.

Wie die Autoren darüber hinaus ausführen, werden im Mikrozensus die Herkunftsgruppen der Menschen mit Einwanderungsgeschichte durch das Geburtsland der Befragten beziehungsweise dasjenige ihrer Eltern abgeleitet, sofern die Befragten selbst schon in Deutschland geboren sind. Die Ergebnisse für 2024 zeigten, dass jeweils rund ein Drittel der Personen mit Einwanderungsgeschichte aus EU-Staaten (29,7 Prozent) oder aus anderen europäischen Staaten (35,1 Prozent) kommt. Die übrigen knapp 40 Prozent bildeten Personen aus unterschiedlichen Ländern außerhalb Europas, hierbei vor allem Asien mit einem Anteil von 27 Prozent. Bezogen auf die wichtigsten Herkunftsländer seien die rund 2,6 Millionen Menschen mit türkischer Einwanderungsgeschichte die größte Gruppe in Deutschland.