Rhythmische Sportgymnastik-WM und Karate-EM in Deutschland
Berlin: (hib/HAU) Über zwei internationale Sportgroßereignisse, die in diesem Jahr in Deutschland stattfinden, hat sich der Sportausschuss in seiner Sitzung am Mittwoch informieren lassen. Es handelt sich dabei um die Weltmeisterschaft der Rhythmischen Sportgymnastik (RSG) vom 12. bis 16. August sowie um die Karate- und Para-Karate-Europameisterschaften vom 20. bis 24. Mai. Beide Veranstaltungen werden in Frankfurt am Main stattfinden.
Lange Zeit habe die Rhythmische Sportgymnastik ein Schattendasein geführt, sagte Kalle Zinnkann, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Turner-Bundes (DTB). Nicht zuletzt Dank des Olympiasieges von Darja Varfolomeev, die zuvor schon mehrmals auch Weltmeisterin geworden war, habe es jedoch einen Boom der Sportart gegeben. „Wir wollen mit der WM auch zeigen, was diese Sportart kann“, sagte Zinnkann.
Der DTB-Vorstandsvorsitzende zeigte sich angesichts eines sehr starken Kaders sehr optimistisch, „bei der Heim-WM eine entsprechende Rolle zu spielen“. Bei sechs der neun Entscheidungen mache sich der DTB berechtigte Hoffnungen, „auf dem Treppchen zu stehen und auch ganz oben dabei zu sein“. Abseits vom sportlichen Erfolg gehe es bei der Ausrichtung einer Weltmeisterschaft aber auch darum, zu zeigen, wo Deutschland bei der Organisation von Sportveranstaltungen steht.
Er hoffe auf eine „starke mediale Relevanz“ angesichts der internationalen Top-Athleten, so Zinnkann. Es sei von spannenden Wettkämpfen auszugehen, da die Weltspitze sehr eng zusammengerückt sei. „Im Moment stellen wir mit Darja Varfolomeev aber immer noch die absolute Nummer eins.“
Im Rahmen der Veranstaltung gehe es dem DTB aber auch darum, die Bevölkerung zur Bewegung anzuregen, machte der Vorstandsvorsitzende deutlich. Rund um die Frankfurter Festhalle sei alles sehr zentral platziert - auch die Side-Events zum Mitmachen. „Wir wollen mitten in der Stadt dafür sorgen, dass der ein oder andere Frankfurter, der vielleicht noch nichts von der RSG gehört hat, sich sportlich betätigen kann“, sagte Zinnkann.
Wolfgang Weigert, Präsident des Deutschen Karate Verbandes (DKV), nannte die anstehende Europameisterschaft einen „Gamechanger“. Die EM sei die erste internationale Karate-Großveranstaltung mit einem umfassenden Umwelt- und Nachhaltigkeitskonzept, in dessen Mittelpunkt das innovative, grüne Mobilitätskonzept stehe. Das umfasse zum einen das spezielles Deutsche Bahn EM-Event Ticket zur besonders vergünstigten Anreise. Zu erwähnen sei aber vor allem die lokale Partnerschaft mit dem Rhein-Main Verkehrsverbund. Alle 1.200 Teilnehmer würden mit dem ÖPNV befördert, statt mit Shuttles. Zuschauer, die die Wettkämpfe in der Frankfurter Eissporthalle besuchen, könnten mit ihrer Eintrittskarte den ÖPNV nutzen.
Weigert äußerte sich auch zum Thema Inklusion. „Unsere Top-Leute starten gemeinsam mit Para-Sportlern - und zwar vor vollen Zuschauerrängen“, sagte er. In die Eissporthalle, die komplett barrierefrei sei und eine spezielle Tribüne für Rollstuhlfahrer habe, passten 5.000 Zuschauer. „Die Finals am Samstag und am Sonntag sind schon seit 14 Tagen ausverkauft“, sagte der DKV-Präsident. Das zeige: „Deutschland ist ein Karate-Land.“