Neue Ausgabe von „Das Parlament“: Krieg gegen den Iran
Berlin: (hib/FB) Seit die USA und Israel am 28. Februar 2026 den Iran angegriffen haben, herrscht Krieg in der Region. Der Iran reagiert mit Gegenangriffen auf Israel und US-Militärstützpunkte in anderen Staaten im Nahen Osten. Der Bundestag hat in einer Aktuellen Stunde über die Lage debattiert: Es bleibt die Frage nach den Zielen
Es ist das Schwerpunktthema der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung „Das Parlament“. Unsere Korrespondenten berichten aus Washington und Tel Aviv, wir blicken auf die möglichen Folgen für die Weltwirtschaft und die Inflation.
INTERVIEW: Der aus dem Iran stammende CDU-Abgeordnete Reza Asghari begrüßt in unserem Interview die Militärschläge Israels und der USA als notwendigen Befreiungsschlag, um die Massaker der Mullahs an der iranischen Bevölkerung zu beenden. Das Regime in Teheran sieht er kurz vor dem Fall. Asghari war 1987 aus dem Iran nach Deutschland geflohen, zuvor saß er zweieinhalb Jahre in einem Foltergefängnis der iranischen Revolutionsgarden.
PROFIL: Der Krieg im Iran zeige einmal mehr, wie falsch der Kurs der Bundesregierung zurück zu fossilen Energien sei, findet Deborah Düring, Außenpolitikerin der Grünen. In Dürings erster Legislatur sprach sie zu Entwicklungspolitik und wurde dann in ihrer zweiten als Nachfolgerin von Jürgen Trittin außenpolitische Sprecherin; sie ist Obfrau im Auswärtigen Ausschuss und sitzt im Finanzausschuss. Unser Autor stellt sie vor.
GRUNDSICHERUNG: Die neue Grundsicherung kommt. Das hat der Bundestag am Donnerstag erstaunlich geräuschlos beschlossen, wenn man sich vor Augen führt, mit welcher verbalen Härte die Diskussion darum in den vergangenen Monaten geführt worden ist. Die Debatte war hitzig. Zumindest herrschte zwischen SPD und Union betonte Harmonie. Beide wurden allerdings von der Opposition rhetorisch unter Beschuss genommen: Abschied vom Bürgergeld beschlossen
BUNDESWEHR: Deutlich zu wenig Soldaten - vor allem zu wenig Mannschaftsdienstgrade - zu dieser Einschätzung kommt der Wehrbeauftragte des Bundestages, Henning Otte, in seinem Jahresbericht 2025, den er an Bundestagspräsidentin Julia Klöckner übergab. Aktuell komme in den 184.194 Soldaten umfassenden deutschen Streitkräften (Stand: Ende 2025) auf einen Mannschaftssoldaten fast ein Offizier, rechnet Otte vor: Die Truppe ist zu klein und zu kopflastig
ENERGIEPREISE: Ökonomen sehen einen Konjunkturdämpfer, jedoch noch keine Rezession infolge des Irankriegs. „Steigende Öl- und Gaspreise sowie die Unsicherheit in der Region können das Wirtschaftswachstum spürbar dämpfen“, mahnt Monika Schnitzer, Vorsitzende der Wirtschaftsweisen und Professorin für Ökonomie an der LMU München. „Der Konflikt zeigt, dass fossile Energien nicht nur Klimakosten verursachen, sondern auch ein erhebliches geopolitisches Risiko mit sich bringen.“ Das spreche langfristig dafür, schneller unabhängiger von fossilen Importen zu werden, wenngleich Gaskraftwerke kurz- und mittelfristig für die Versorgungssicherheit nötig seien. Hohe Preise, maues Wachstum: Hohe Sprit- und Gaspreise bedrohen deutsche Konjunktur
ERNÄHRUNG: Ein übermäßiger Konsum von Zucker und ungesunden Fetten kann Gesundheitsschäden verursachen. Experten raten zu mehr Regulierung, erläutert unser Autor. Die möglichen langfristigen Folgen übermäßigen Zuckerkonsums sind vielfältig und teils dramatisch. Im Fokus stehen in Kombination mit ungesunden Fetten Krankheiten wie Adipositas (starkes Übergewicht), Fettleber, Bluthochdruck, Diabetes Typ 2 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Wie Zucker die Gesundheit beeinflusst
BUCHEMPFEHLUNG: Nahost-Experte Daniel Gerlach zeigt in seinem 2025 erschienenen Buch „Die Kunst des Friedens“, wie Verständigungen in der Konfliktregion Naher Osten machbar sind. Für den zeitgeschichtlich Interessierten ist Gerlachs Blick hinter die Kulissen der Nahost-Verhandlungen besonders aufschlussreich, schreibt unser Autor. Man erkenne, dass es maßgeblich auf den Faktor Persönlichkeit ankommt, wenn das „Kunststück“ des Friedens gelingen soll. Derzeit sei ein nachhaltiger Frieden daher in weiter Ferne.
KOPF DER WOCHE: Henning Otte, Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages, ist skeptisch, ob die Bundeswehr allein mit Freiwilligen bis 2035 die anvisierte Truppenstärke von 255.000 bis 270.000 Soldaten erreichen wird. „Sollte das derzeitige Modell der Freiwilligkeit tatsächlich nicht genügend Aufwuchs bringen, ist die Rückkehr zu einer Wehrpflicht der konsequente nächste Schritt“, schreibt Otte in seinem Jahresbericht 2025, den er am Dienstag vorstellte.
PRO UND CONTRA: Soll die Vermögensteuer wieder eingeführt werden, fragen wir unsere Kommentatoren: Ulrike Herrmann von der tageszeitung aus Berlin befürwortet, dass „Hyperreiche“, also oberhalb eines Freibetrages von 100 Millionen Euro, zwei Prozent Steuern auf ihr Vermögen zahlen müssten. Das sei bei durchschnittlichen Renditen von sechs Prozent mühelos möglich. Manfred Schäfers von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung spricht sich gegen die Wiederbelebung der Vermögensteuer aus. Unternehmern, die im internationalen Wettbewerb bestehen müssten, würden neue Lasten aufgebrummt, schreibt er. Man könne nicht doppelt zuschlagen, ohne Unternehmen zu gefährden, die auf der Kippe stehen.
APuZ: Die Ausgabe 11-2026 der Beilage „Aus Politik und Zeitgeschichte“ ist dem Thema „Staatsreform“ gewidmet. Angesichts schwerfälliger Bürokratie, stagnierender Wirtschaft und knapper öffentlicher Kassen ist hierzulande der Ruf nach Reformen in Staat und Verwaltung immer lauter geworden. Die Hoffnung ist, dass ein modernisierter Staat wieder in der Lage sein wird, seine Aufgaben zu bewältigen und so das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger zurückzugewinnen. Der Reformwunsch steht jedoch unter ambivalenten Vorzeichen.
AUSGABE: Weitere Themen der Ausgabe sind die wieder mögliche Jagd auf den Wolf, das Apothekengesetz, eine Altersgrenze für Social Media, die Spuren der Epstein-Akten in unser Land, das Urteil des hessischen Staatsgerichtshofs zum Auszählungsverfahren nach D'Hondt und die „Buy European“-Initiative.
EPAPER: Das komplette E-Paper der aktuellen Ausgabe von „Das Parlament“