18.03.2026 Sport und Ehrenamt — Ausschuss — hib 211/2026

Olympische Zukunft des Bob-, Rennrodel- und Skeletonsports

 

Berlin: (hib/HAU) Wettbewerbe im Bobsport, im Rennrodeln sowie im Skeleton wird es auch künftig bei Olympischen Winterspielen geben. Davon zeigten sich die zu einer öffentlichen Sitzung des Sportausschusses am Mittwoch geladenen Verbandsvertreter überzeugt. Deutsche Athletinnen und Athleten gewannen bei den diesjährigen Spielen in Cortina d'Ampezzo 19 von 26 Medaillen in diesen Sportarten - und sechs der acht möglichen Goldmedaillen. Heike Größwang, Generalsekretärin des Internationalen Bob & Skeleton Verbandes (IBSF), machte deutlich, dass an der Pressemeldung, die das Aus der Kufensportarten bei Olympia thematisiert hatte, nichts dran gewesen sei. Es gebe beim IOC keinerlei Absichten, den Bob-, Rennrodel- oder Skeletonsport in nächster Zeit aus dem olympischen Programm zu nehmen, sagte sie. Größwang nannte die Diskussionen im IOC zu diesem Thema eine „ganz normale Evaluierung“, die jeweils nach Olympischen Spielen stattfinde.

Auch Hans Wolf von Schleinitz, Präsident des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD) sowie der BSD-Generalsekretär Thomas Schwab gehen davon aus, dass der Bob-, Rennrodel- und Skeletonsport auch künftig zu den Kernsportarten der Winterspiele zählt. Das sei inzwischen auch vom IOC klargestellt worden, sagte Schwab. Sowohl an den Olympiaorten in 2030 (in den französischen Alpen) und 2034 (Salt Lake City, USA) seien schließlich schon Eisbahnen vorhanden. „Das sind wir safe“, sagte er.

Stefan Lachenmayr vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) würdigte die großen Erfolge der deutschen Kufensportler bei den Spielen in Cortina und sagte zu, dass sich der DOSB auf internationaler Ebene „mit Nachdruck“ für den Erhalt der Sportarten im olympischen Programm einsetzen werde. Ein Plus für den Bob-, Rennrodel- oder Skeletonsport, so Lachenmayr, sei dessen Wetterunabhängigkeit. Kunsteisbahnen böten verlässliche Rahmenbedingungen und seien unabhängig von der Schneehöhenentwicklung in den jeweiligen Standorten.

IBSF-Generalsekretärin Größwang machte deutlich, dass bei der von ihr angesprochenen Evaluierung auch die Themen Nachhaltigkeit und Kosten eine Rolle spielen. Es stimme, dass der Bau von Bob- und Schlittenbahnen sehr teuer sei. Diese würden aber auch sehr lange genutzt - nicht nur durch den Spitzensport, sondern auch durch den Nachwuchs und auch für touristische Events. Insofern sei eine Nachhaltigkeit gegeben, die auch vom IOC anerkannt worden sei.

Was die Kosten - gerade für den Einstieg in den Sport angeht - so gelte es nachzuarbeiten, sagte Größwang. Mit den Nationalverbänden sei man im Austausch, wie man die Sportgeräte standardisieren und trotzdem den sportlichen Effekt erhalten kann.

Standardisierten Bauteilen steht man beim Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES), das maßgeblich an der Entwicklung und dem Bau der deutschen Siegerbobs beteiligt ist, offen gegenüber. Man wolle sich hier „konstruktiv einbringen“, sagte FES-Direktor Michael Nitsch. Die derzeitigen Differenzen beim Material „machen den Sport nicht spannender“, sagte er. „Wir wollen den Sport erhalten“, betonte Nitsch. Daher müsse daran gearbeitet werden, „die Kosten im Griff zu behalten“.

Zur Zukunft der Bob- und Rodelbahn am Königssee (Bayern), die bei der Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 beschädigt worden ist, äußert sich BSD-Präsident von Schleinitz. Er sei sehr zuversichtlich, dass die Bahn im November dieses Jahres „ab Bob- und ab Rodel-Damenstart“ wieder zur Verfügung stehen werde. Der Herrenstart für die Rodelmänner müsse dann spätestens zur Rodel-WM 2028 fertig sein, sagte der Präsident des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland.