23.03.2026 Recht und Verbraucherschutz — Kleine Anfrage — hib 224/2026

Gesundheitsbezogene Fehlinformationen durch „Medfluencer“

Berlin: (hib/SCR) Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen thematisiert in einer Kleinen Anfrage die Verbreitung gesundheitsbezogener Fehl- und Desinformationen durch sogenannte „Medfluencer“ sowie durch digitale Manipulationen wie Deepfakes und erkundigt sich nach regulatorischem Handlungsbedarf zum Schutz von Verbraucherinnen und Verbrauchern (21/4870).

Die Abgeordneten weisen darauf hin, dass insbesondere „Medfluencerinnen und Medfluencer“ - „etwa Medizinstudierende oder Personen mit medizinischem Hintergrund und großer Reichweite“ - gesundheitsbezogene Inhalte verbreiten, ohne den berufsrechtlichen Vorgaben und der Aufsicht der Ärztekammern zu unterliegen. Dadurch entstünden regulatorische Lücken. Zugleich nehme laut der Anfrage die Verbreitung irreführender oder wissenschaftlich nicht belegter Gesundheitsinformationen in sozialen Medien zu. Hinzu komme der Einsatz KI-basierter Deepfakes, die täuschend echte Inhalte erzeugen und das Vertrauen in medizinische Informationen untergraben könnten.

Nach Auffassung der Fragesteller greifen bestehende Richtlinien und regulatorische Vorgaben „ nur sehr unzureichend“. Auch fragmentierte Zuständigkeiten und begrenzte Ressourcen der Behörden erschwerten ein wirksames Vorgehen gegen irreführende Werbung im digitalen Raum.

Die Bundesregierung soll daher unter anderem darlegen, ob sie zusätzlichen regulatorischen Handlungsbedarf sieht - etwa bei Transparenzpflichten, Haftungsregeln oder der Regulierung von Influencer-Marketing im Gesundheitsbereich - und welche Maßnahmen zum Schutz insbesondere von Kindern und Jugendlichen geplant sind.