10.04.2026 Inneres — Antwort — hib 282/2026

Anzahl Tatverdächtiger mit Zuordnung „Clankriminalität“

Berlin: (hib/STO) Die Anzahl der Tatverdächtigen mit der Zuordnung „Clankriminalität“ ist ein Thema der Antwort der Bundesregierung (21/5139(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (21/4386(Dokument, öffnet ein neues Fenster)). Danach sank diese Zahl von 930 im Jahr 2021 über 804 beziehungsweise 727 in den beiden Folgejahren auf 565 im Jahr 2024.

In der Vorlage zitiert die Bundesregierung zugleich die polizeiliche Definition des Begriffs „Clankriminalität“. Danach ist ein Clan „eine informelle soziale Organisation, die durch ein gemeinsames Abstammungsverständnis ihrer Angehörigen bestimmt ist. Sie zeichnet sich insbesondere durch eine hierarchische Struktur, ein ausgeprägtes Zugehörigkeitsgefühl und ein gemeinsames Normen- und Werteverständnis aus. Clankriminalität umfasst das delinquente Verhalten von Clanangehörigen. Die Clanzugehörigkeit stellt dabei eine verbindende, die Tatbegehung fördernde oder die Aufklärung der Tat hindernde Komponente dar, wobei die eigenen Normen und Werte über die in Deutschland geltende Rechtsordnung gestellt werden können. Die Taten müssen im Einzelnen oder in ihrer Gesamtheit für das Phänomen von Bedeutung sein.“

Im polizeilichen Fokus „stehen ausschließlich kriminelle Clanangehörige und nicht per se gesamte Clans“, heißt es in der Antwort weiter. Die Zugehörigkeit eines tatverdächtigen Angehörigen zu einem Clan führe nicht dazu, dass der Clan an sich als kriminell bewertet wird. Die Ethnie, Herkunft beziehungsweise Herkunftsregion oder Nationalität der tatverdächtigen Personen ist laut Vorlage für die Erfassung nach dieser Definition nicht relevant.

Des Weiteren führt die Bundesregierung an, dass mit der seit 2022 bundesweit gültigen Definition ein Grundstein für ein einheitliches polizeiliches Begriffsverständnis gelegt worden sei, „der ein stigmatisierungsfreies Begriffsverständnis ermöglicht und zu einer verantwortungsvollen Polizeiarbeit beiträgt“.