KI-Agenten in der Bundesverwaltung beschäftigen Ausschuss
Berlin: (hib/LBR) Mit dem Einsatz von sogenannten KI-Agenten in der Bundesverwaltung und möglichen Veränderungen der künftigen Arbeitsweise von Behörden hat sich der Digitalausschuss in seiner Sitzung am Mittwochnachmittag befasst. KI-Agenten sind Softwareprogramme, die Künstliche Intelligenz nutzen, um selbstständig komplexe Aufgaben zu erledigen. Thomas Jarzombek (CDU) Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS), berichtete den Abgeordneten, dass die KI das Thema sei, das die IT am meisten verändere. So stünden aktuell zwei Projekte im Fokus des BMDS. Einerseits das Projekt „Spark“ zur Unterstützung komplexer Planungs- und Genehmigungsverfahren in der öffentlichen Verwaltung und anderseits das „Agentic AI Hub“, das seit sechs Wochen laufe.
„Spark“ setze etwa bei der langen Dauer von Genehmigungsverfahren an, die sich, den Darstellungen des Staatssekretärs nach, durch den Einsatz von KI halbieren ließen. Agentische KI helfe etwa dabei, dutzende Aktenordner mit Gutachten und Unterlagen zu sichten und diese in wenigen Stunden aufzubereiten und auf Vollständigkeit und Plausibilität zu prüfen, berichtete Jarzombek. Auch das Einwendungsmanagement könne digitalisiert werden. In Hamburg und Nordrhein-Westfalen liefen bereits konkrete Projekte. Es gehe dabei um die Unterstützung der Mitarbeitenden, nicht um deren Ersatz, betonte Jarzombek weiter. Grundlage sei eine Open-Source-Entwicklung, deren Code beim Zentrum für Digitale Souveränität in der Öffentlichen Verwaltung (ZenDis) einsehbar sei.
Bei den sogenannten „Agentic AI Hubs“ gehe es darum, Start Ups aus dem KI-Bereich mit Kommunen zusammenzubringen, um Lösungen für bürokratische Probleme vor Ort zu entwickeln. Auch hier sei das Ziel, mittels KI Verwaltungsvorgänge zu beschleunigen und zu besseren Entscheidungen zu kommen, sagte der Staatssekretär. Das Projekt laufe seit sechs Wochen und sei insgesamt auf drei Monate angelegt. Es gebe neun Teams und 19 Kommunen, die angebunden seien. Aktuell sehe man sehr unterschiedliche Lösungen, von Posteingangssortierung bis zu Vereinfachungen zum Beispiel bei Wohngeldanträgen. Ziel sei die Skalierung, betonte er. Beim Ausfüllen und Auswerten könne etwa ein Assistent in vereinfachter Sprache durch den Prozess führen. Ein anderes System könne die oftmals 100 Seiten umfassenden Unterlagen strukturiert und komprimiert für die Sachbearbeiter aufbereiten oder den Antragsteller automatisiert um fehlende Unterlagen bitten, erläuterte Jarzombek weiter.
Die Abgeordneten gingen in ihren Fragen unter anderem auf die Grenzen von Automatisierung, auf Fragen nach der Transparenz verwendeter Tools, die Kosten sowie auf Rahmenbedingungen für einen breiteren Einsatz ein. Ziel sei es nun, konkrete Guidelines zu erstellen und Best Practice-Beispiele aufzubereiten, um zu zeigen, welche innovativen Beispiele es schon gebe, sagte Jarzombek. Auf die Nachfrage, auf welchen Zahlen die von Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) genannte Beschleunigung der Genehmigungsverfahren um 80 Prozent beruhe, sagte Jarzombek, dies sei eine Schätzung, die auf dem Projekt Spark basiere und die Leistung der Systeme der jetzigen Stufe widerspiegele.