Umweltbundesamt: CO2-Emissionen 2025 kaum gesunken
Berlin: (hib/SAS) Die Treibhausgasemissionen in Deutschland sind im vergangenen Jahr laut einem Bericht des Umweltbundesamtes über die Treibhausgas-Projektionen 2026 kaum gesunken. Der Bericht, den die Bundesregierung als Unterrichtung (21/4900(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) vorgelegt hat, zeigt, dass Deutschland im Jahr 2025 rund 649 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente emittiert hat. Im Vergleich zum Vorjahr blieb der Ausstoß nahezu unverändert. Die Reduktion lag bei knapp einer Million Tonnen oder 0,1 Prozent CO2-Äquivalente.
Der Sektor Energiewirtschaft verzeichnete einen Rückgang um 0,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, der auch auf die erneut gestiegene Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien zurückzuführen ist. Während die Industrie (-3,8 Prozent) vor allem aufgrund niedrigerer Auslastung deutlich Emissionen einsparte, stiegen jedoch in den Sektoren Verkehr (+1,5 Prozent) und Gebäude (+3,4 Prozent) die Emissionen im Vergleich zum Vorjahr an.
Mit Blick auf die kommenden Jahre geht das Umweltbundesamt davon aus, dass sich die Klimaschutzlücke bis 2030 um fünf Millionen Tonnen CO2 auf insgesamt 30 Millionen Tonnen CO2 vergrößert. Die Projektstionsdaten 2026 weisen bis 2030 einen Rückgang um 62,6 Prozent aus. Damit würden 2,4 Prozentpunkte zur Erreichung des deutschen Klimaschutzziels für das Jahr 2030 fehlen. Dieses Ziel sieht eine Reduktion klimaschädlicher CO2-Emissionen um 65 Prozent gegenüber 1990 vor. Grundsätzlich sei das Ziel aber weiterhin „in greifbarer Nähe“, heißt es im UBA-Bericht.
Allerdings sei eine leichte Verschlechterung in Höhe von knapp fünf Millionen Tonnen CO2-Äquivalente im Vergleich zu den Projektionsdaten 2025 zu vermerken. Der Puffer aus den Projektionsdaten 2025 in Höhe von rund 81 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente sei nahezu verbraucht.
Die Projektionsdaten 2026 bestätigen für die Zeit nach 2030 das Bild aus den vergangenen Jahren: Das Minderungsziel bis 2040 um 88 Prozent gegenüber 1990 werde mit den derzeitig implementierten klimapolitischen Instrumenten „deutlich verfehlt und bleibt gleich zu den Projektionsdaten 2025“, heißt es im Bericht des Umweltbundesamtes. Erreicht werde nur eine Minderung von etwa 80 Prozent im Jahr 2040.
Auch das Ziel der Netto-Treibhausneutralität im Jahr 2045 drohe weiterhin verfehlt zu werden. „Es ist nicht absehbar, dass in allen Sektoren ausreichend tiefgreifende Transformationen hin zur Treibhausgasneutralität gelingt“, konstatiert das UBA. Es bestehe Handlungsbedarf. Als zentrales Fundament für die angestrebte Minderung der Treibhausgasemissionen nennt der Bericht die Energiewende und den Ausbau erneuerbarer Energien und der dafür notwendigen Infrastruktur sowie den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft.