Korridorsanierung der Bahnstrecke Obertraubling-Passau
Berlin: (hib/HAU) Während der vom 14. Juni bis 12. Dezember 2026 geplanten Korridorsanierung der Bahnstrecke zwischen Obertraubling und Passau wird laut Bundesregierung der Nahverkehr durch Ersatzverkehre mit Bussen gewährleistet. Das geht aus der Antwort der Regierung (21/5575(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (21/4357(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) hervor.
Der Schienenpersonenfernverkehr werde durch zusätzliche Verkehre auf der Achse München Wien via Salzburg sowie Simbach verstärkt, heißt es. Für den Schienengüterverkehr stünden im Wesentlichen die Umleitungsrouten über Salzburg-Rosenheim-München sowie Kufstein-Rosenheim-München zur Verfügung. „Während der Phase von Juli bis September werden zudem Güterzüge durch den in diesem Zeitpunkt eingleisig für den Güterverkehr befahrbaren Abschnitt von Passau bis Plattling und weiter über Landshut nach München oder Regensburg geführt“, schreibt die Bundesregierung.
Im Zeitraum der Korridorsanierung würden die Stellwerke entlang der Strecke auf Elektronische Stellwerke (ESTW) Technologie umgerüstet und bestehende ESTW hochgerüstet, um die notwendigen technischen Voraussetzungen für den Einsatz des Europäischen Zugsicherungssystems ETCS zu schaffen, heißt es in der Antwort. Zudem würden vorbereitende Baumaßnahmen durchgeführt - unter anderem Kabeltiefbauarbeiten und Gleisquerungen für eine Verkabelung der Signaltechnik auf Glasfaserbasis. In einer zweiten Baustufe finde 2030 die Ausrüstung mit ETCS statt. Durch die Umsetzung von sperrzeitintensiven Maßnahmen im Rahmen der Korridorsanierung soll den Angaben zufolge der Sperrzeitbedarf für die nachgelagerte ETCS-Ausrüstung auf ein Minimum reduziert werden.
Konkretere Aussagen zu den Stellwerken auf der Bahnstrecke und deren Netzzustandsnoten macht die Regierung nicht. „Durch die Offenlegung der Informationen würde ein Sicherheitsrisiko entstehen, weil dadurch gezielte Sabotagen und Angriffe auf diese Infrastrukturen ermöglicht würden“, heißt es in der Antwort.