Rekrutierung Minderjähriger durch OK-Strukturen
Berlin: (hib/STO) Die Rekrutierung Minderjähriger durch Strukturen der Organisierten Kriminalität (OK) ist ein Thema der Antwort der Bundesregierung (21/5779(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (21/5155(Dokument, öffnet ein neues Fenster)). Danach lässt sich dieses Phänomen seit einigen Jahren international beobachten.
In den vergangenen Monaten sei es zu einer Häufung dieses Phänomens im europäischen Ausland gekommen, führt die Bundesregierung weiter aus. Demgegenüber würden in Deutschland vereinzelt Straftaten festgestellt, die von Minderjährigen im Auftrag krimineller Gruppierungen ausgeführt wurden. Bei den wenigen polizeilich erfassten Fällen begingen minderjährige Täter den Angaben zufolge Gewaltdelikte wie etwa die Androhung von Gewalt oder die Ausübung physischer Gewalt.
In der internationalen Literatur zum Phänomen lassen sich laut Bundesregierung Hinweise finden, dass Minderjährige gezielt angeworben werden, da sie eine geringere Entlohnung im Vergleich zu Erwachsenen akzeptieren. „Anwerber nutzten eine emotional aufgeladene Sprache, die Vertrauen, Loyalität und ein Gefühl der Zugehörigkeit suggeriert und Minderjährige für die Teilnahme an illegalen Handlungen motiviert“, schreibt die Bundesregierung ferner. Danach ließen kriminelle Netzwerke dadurch die Grenzen zwischen persönlicher Beziehung und Ausbeutung verschwimmen.
„Die Bandbreite der von den rekrutierten Minderjährigen begangenen Taten reicht laut diesen Angaben von ,Services' wie dem Lagern und/oder dem Transport von Waffen oder Drogen bis hin zur Ausführung schwerer Gewaltverbrechen wie Brandanschlägen oder Tötungsdelikten“, heißt es in der Antwort des Weiteren.