23.06.2026 Kultur und Medien — Kleine Anfrage — hib 509/2026

Linke fragt nach Benachteiligung aufgrund von Kolonialrecht

Berlin: (hib/AW) Die Linke verlangt Auskunft über mögliche Benachteiligungen im Staatsangehörigkeitsrechts gegenüber den Nachfahren aus Ehen zwischen Deutschen und Angehörigen der einheimischen Bevölkerung in den ehemaligen deutschen Kolonien. In einer Kleinen Anfrage (21/6553(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) möchte sie unter Berufung auf die Berichterstattung in verschiedenen Medien über den Fall der in Deutschland lebenden Nachfahren des Arztes Friedrich Karl Georg Liebl, der 1908 im damaligen deutschen Schutzgebiet Togo die Häuptlingstochter Edith Kokoé Ajavon nach örtlichem traditionellem Recht geheiratet haben soll, informiert werden. So sollen verschiedenen Angehörigen der Familie über Jahrzehnte hinweg deutsche Ausweisdokumente und Reisepässe ausgestellt worden seien, die später jedoch wieder eingezogen worden seien.

Zudem möchte die Linksfraktion wissen, in wie vielen Fällen seit 1949 staatsangehörigkeitsrechtliche Ansprüche von Nachkommen deutscher Kolonialangehöriger mit Verweis auf die Nichtanerkennung kolonialer Ehen abgelehnt wurden.