Ebola-Ausbruch im Kongo noch nicht unter Kontrolle
Berlin: (hib/PK) Der Gesundheitsausschuss hat sich mit dem schweren Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) befasst. Gesundheits-Staatssekretär Tino Sorge (CDU) erläuterte den Abgeordneten am Mittwoch den aktuellen Stand. Demnach ist der Ausbruch noch nicht unter Kontrolle.
Die Bundesregierung beobachte die Lage aufmerksam und könne flexibel reagieren. Aktuell hätten die örtlichen Behörden rund 1.000 Krankheitsfälle und bislang 250 Tote gemeldet. Von einer gewissen Dunkelziffer sei auszugehen.
In Uganda seien bislang 20 Ebola-Fälle gemeldet worden und zwei Tote. Die Lage dort sei deutlich besser. Von den gemeldeten Fällen stünden 15 im direkten Zusammenhang mit einer Einreise aus der DR Kongo, in fünf Fällen seien Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen betroffen.
Für Deutschland und die EU gilt laut Sorge weiter eine geringe Gefährdungseinschätzung. Deutschland sei jedoch im unwahrscheinlichen Fall einer Ebola-Infektion gut vorbereitet. So gebe es ein spezielles Ebola-Rahmenkonzept sowie geeignete Behandlungsmöglichkeiten in Sonderisolierstationen. Der Schutz der Bevölkerung habe Priorität.
Wichtig sei die Unterstützung der betroffenen Region. Der Reaktionsplan der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Afrika CDC sehe einen Mittelbedarf von rund 518 Millionen Dollar vor. Deutschland helfe mit Geld, Sachleistungen und Experten und liefere unter anderem PCR-Diagnostikkits und ein Sterilisationsgerät für das Referenzlabor in Kinshasa.
Ebola ist eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit, die zu den hämorrhagischen Fiebererkrankungen gehört und durch das Ebolavirus verursacht wird. Bekannt sind fünf unterschiedlich gefährliche Varianten des Virus. Der jüngste Ausbruch im Kongo betrifft den seltenen Bundibugyo-Typ, gegen den kein Impfstoff verfügbar ist.
Nach früheren Angaben von „Ärzte ohne Grenzen“ liegt die geschätzte Sterblichkeitsrate des Bundibugyo-Typs zwischen 25 und 40 Prozent. Eine Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch ist durch direkten körperlichen Kontakt zu Erkrankten oder Verstorbenen möglich.