Verbindliches Staatsexamen für Lehramtsstudenten
Berlin: (hib/CHE) Die AfD-Fraktion will das verbindliche Staatsexamen für angehende Lehrer wieder einführen. Das ist das Ziel eines entsprechenden Antrags (21/6655(Dokument, öffnet ein neues Fenster)), der am Freitag auf der Tagesordnung des Bundestages steht.
„Modularisierte Studiengänge nach Bachelor- oder Mastersystem sind nicht per se defizitär“, schreiben die Abgeordneten. Im Lehramt werde die Modularisierung jedoch dann zum Problem, wenn sie die Ausbildung in einzelne, formal anrechenbare Bestandteile zerlegt, ohne diese von Anfang an auf ein klares berufliches Ziel hin zu bündeln. „Lehrerbildungsprozesse, die keine eindeutige Berufsbindung schaffen, schwächen die Verbindlichkeit des Ausbildungsweges und erhöhen das Risiko, dass das Lehramt nach erfolgtem Abschluss lediglich als eine Option unter mehreren erscheint. Jeder dritte Lehramtsstudent gibt bereits jetzt an, nach dem Studium nicht im Lehramt tätig sein zu wollen“, heißt es weiter in dem Antrag.
Die Bundesregierung wird darin unter anderem aufgefordert, gegenüber der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) darauf hinzuwirken, dass das Staatsexamen für das Lehramt für weiterführende Schulen wieder als Regelabschluss der grundständigen Lehrerbildung gestärkt und in den Ländern, die hiervon abgewichen sind, wieder eingeführt wird. Auch solle sie sich gegenüber der KMK gegen eine Ausweitung polyvalenter Bachelor- und Masterstudiengänge einsetzen, soweit diese die Ausbildung nicht zielgerichtet auf den Lehrerberuf ausrichten. Gemeinsam mit den Ländern solle die Bundesregierung zudem auf bundeseinheitlich vergleichbare Mindeststandards in der Lehrkräftebildung hinwirken, insbesondere hinsichtlich des fachwissenschaftlichen Niveaus, der Bildungswissenschaften, der Fachdidaktik und der verbindlichen schulpraktischen Studienanteile.