25.06.2026 Tourismus — Ausschuss — hib 523/2026

Tourismusbranche der EU fehlen massenhaft Fachkräfte

Berlin: (hib/NKI) EU-Kommissar Apostolos Tzitzikostas hat die Gründung einer europäischen Tourismusakademie angekündigt, um die Branche europaweit zu stärken. Dem Tourismussektor fehlten in Europa eine Million Fachkräfte, sagte der EU-Kommissar für Nachhaltigen Verkehr und Tourismus bei einem Treffen mit den Abgeordneten des Ausschusses für Tourismus und des Ausschusses für Verkehr in einer gemeinsamen Sitzung am Donnerstagmorgen.

Der EU-Kommissar will bei der Gewinnung von Fachkräften vor allem auf Umschulungen setzen. Bei der Aus- und Weiterbildung sollten auch neue Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz kommen.

Europa sei weltweit das Reiseziel Nummer eins. Im vergangenen Jahr wurden die EU-Länder von 582 Millionen internationalen Gästen besucht, es seien drei Milliarden Übernachtungen gezählt worden. Die Tourismusbranche habe etwa 807 Milliarden Euro Umsatz erzeugt. Der Tourismus in Deutschland sei vor allem durch Binnenreisen geprägt, mit 81 Prozent sei das der höchste Anteil in der gesamten EU.

Dennoch müssten Veränderungen angestoßen werden, vor allem um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und auf externe Ereignisse zu reagieren. Tzitzikostas führte als Beispiel dafür den Anfang März ausgebrochen Iran-Krieg an. Diese Auseinandersetzung habe erhebliche Auswirkungen auf die weltweite Reisetätigkeit gehabt und habe erneut gezeigt, wie wichtig Resilienz sei.

Der EU-Kommissar kündigte an, im Herbst eine EU-Tourismusstrategie präsentieren zu wollen, die vor allem die Wettbewerbsfähigkeit in den Mittelpunkt stelle. Zudem werde die Strategie aufzeigen, wie der Tourismus in Europa mit dem Klimawandel umgehen wolle. Es brauche eine bessere krisenresiliente Infrastruktur und Lösungen, um Phänomenen wie dem Overtourism (Übertourismus) zu begegnen. Auf Dauer seien die Besucherziele Europas nur zu erhalten, wenn Wege gefunden werden, diese zu schützen.

Tzitzikostas verwies zudem auf die steigende Bedeutung von Bahnreisen. Dazu habe die EU-Kommission bereits den Masterplan für Hochgeschwindigkeitszüge vorgelegt, um bis spätestens 2040 die Reisezeiten zwischen europäischen Metropolen drastisch zu verkürzen. Das bestehende Streckennetz für Hochgeschwindigkeitszüge solle verdoppelt werden. So solle eine Bahnreise von Berlin nach Kopenhagen künftig vier Stunden betragen, heute dauere eine solche Fahrt sieben Stunden und mehr.