02.07.2026 Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit — Antwort — hib 542/2026

Vogelschutz bei Windrädern: Verfahren für den Rotmilan

Berlin: (hib/FB) Ein standardisiertes Berechnungsverfahren zur Bewertung des Kollisionsrisikos von Brutvögeln an Windenergieanlagen ist Thema einer Antwort der Bundesregierung (21/5312(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (21/5083(Dokument, öffnet ein neues Fenster)). Die Prüfung eines entsprechenden Vorschlags (19203) aus einer Verbändeabfrage zum Bürokratieabbau sei abgeschlossen, heißt es in der Antwort. Ergebnis sei, das neue Verfahren zunächst für den Rotmilan einzuführen. Grundlage hierfür sei ein Kabinettsbericht aus der vergangenen Wahlperiode (20/9830(Dokument, öffnet ein neues Fenster)).

Die fachlichen Vorarbeiten für die sogenannte probabilistische Analyse seien größtenteils abgeschlossen, erklärt die Bundesregierung. Ein entsprechender Bericht zur Finalisierung des Modells wurde auf der Webseite des Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende (KNE)(Externer Link) veröffentlicht.

Das Modell der probabilistischen Analyse kombiniert eine Vorhersage des Raumnutzungsverhaltens mit einem Kollisionsrisikomodell. Hierbei werden neben den Habitatpräferenzen auch weitere Einflussfaktoren, „wie die Tagesphänologie der Art, das Flug und Ausweichverhalten sowie Anlagenparameter der Windenergieanlage (WEA)“, berücksichtigt, heißt es in der Antwort weiter.

Auch die Festlegung einer Signifikanzschwelle für den Rotmilan sei weitestgehend abgeschlossen. Zur Einführung des Verfahrens seien eine Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) sowie der Erlass einer Rechtsverordnung erforderlich. Entsprechende Entwürfe würden derzeit erarbeitet.

Dass der Vorschlag nicht in das Vierte Bürokratieentlastungsgesetz(Externer Link) aufgenommen wurde, begründet die Bundesregierung damit, dass die fachlichen und rechtlichen Grundlagen bis zur Verabschiedung noch nicht vollständig erarbeitet gewesen seien.