07.07.2026 Sport und Ehrenamt — Antwort — hib 554/2026

Digitaler Sportstättenatlas für Deutschland kommt nicht

Berlin: (hib/HAU) Die Bundesregierung hat nach eigener Aussage entschieden, „die Entwicklung eines länderübergreifenden Digitalen Sportstättenatlas in der Federführung des Bundes für Deutschland einstweilen nicht weiter voranzutreiben“. Das geht aus den Vorbemerkungen zur Antwort der Regierung (21/6804(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (21/6471(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) hervor. Im Ergebnis der zu dem Thema beauftragten Erprobungsprojekte habe sich erwiesen, „dass jedenfalls der Bund mangels Zugriff auf die benötigten Detaildaten und Informationen einen Digitalen Sportstättenatlas für Deutschland (DSD) selbst nicht beziehungsweise nicht mit bezifferbarem und wirtschaftlich vertretbarem Aufwand zu einem System weiterentwickeln kann, das vollständige, valide und aktuelle Daten zu allen Sportstätten in Deutschland enthält, die für sport- oder förderpolitische Entscheidungen oder zur Beantwortung von Fragen zum Stand der Sportstätten in Deutschland genutzt werden könnten“.

Grund hierfür sei, dass die für eine aussagekräftige Ergänzung und Validierung der aufgebauten Datensammlung benötigten Detaildaten und Informationen allenfalls und zudem uneinheitlich, nicht standardisiert und häufig auch nicht in digitaler Form lediglich bei den - teils privaten - Betreibern und Eigentümern der über 220.000 Sportstätten und Schwimmbäder vorlägen. Derzeit seien lediglich von einzelnen Ländern und Kommunen Bemühungen erkennbar, die für eine Fertigstellung des DSD benötigten Informationen zu standardisieren und mit der Pflege und Bereitstellung entsprechender Daten zur Fertigstellung eines Digitalen Sportstättenatlas für Deutschland beizutragen, schreibt die Bundesregierung.

Zur Beantwortung der Frage, warum Projekte ausgeschrieben und begonnen worden seien, „statt direkt erst einmal eine einfache Übersicht zu erstellen, welche Sportstätten in Deutschland überhaupt existieren“, heißt es: Die Ausschreibung der in den Vorbemerkungen dargestellten Projekte sei erforderlich gewesen, „um valide Daten zu dieser Fragestellung zu erheben und eine Entscheidung über die Machbarkeit zu treffen“. Auch bei den Kreisen und kreisfreien Städte und deren Kreis- und Stadt-Sportbünden lägen keine standardisierten, gleichförmigen oder vollständigen entsprechenden Daten vor. Erst durch die Auswertung öffentlich verfügbarer Quellen sowie durch Abgleich und Auswertung von Luftbildern des Bundesamts für Kartographie und Geodäsie (BKG) mittels eines dazu entwickelten KI-Tools im Zuge der Durchführung des IT-Projektes DSD „konnte ein gleichförmiger und geokodiert lokalisierter Datenbestand zu circa 200.000 Sportstätten (Kernsportstätten) identifiziert und aufgebaut werden“.

Die verschiedenen Forschungsprojekte sowie das Digitalisierungs-Projekt des Bundesinstituts für Sportwissenschaften (BISp) bauten aufeinander auf und hätten insgesamt zum Ziel gehabt, die Machbarkeit und Umsetzbarkeit eines digitalen bundesweiten Sportstättenatlas für Deutschland zu prüfen, heißt es weiter. Dieses Ziel sei mit Abschluss des Digitalisierungs-Projektes und Entwicklung eines Test- und Pilotsystems erreicht worden.