Burn-out und Suizidgefährdung bei Landwirten
Berlin: (hib/NKI) Der Bundesregierung liegen keine bundesweiten Informationen zu Suizidversuchen und Suiziden bei Landwirtinnen und Landwirten vor. Die Todesursachenstatistik des Statistischen Bundesamtes enthalte im Bereich des Suizids keine Differenzierung nach Berufsgruppen. Das schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (21/7418(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) auf eine Kleine Anfrage (21/6862(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) der AfD-Fraktion.
Allerdings würden einzelne Studien, wie die Evaluation der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) zur Wirksamkeit und Reichweite der Präventionsmaßnahmen „Telefonisches Einzelfallcoaching“ und „Online-Gesundheitstrainings“, die in ihrer Gesamtpublikation den sogenannten Datenpool der Landwirtschaftlichen Krankenkasse (LKK) untersucht hat, ergeben, dass bei der Berufsgruppe der Landwirte Risikofaktoren für die Entwicklung einer Depression vorlägen. So sei bei rund zwei Drittel der Versicherten der LKK in einem 1,5-jährigen Betrachtungszeitraum eine diagnostizierte körperliche Erkrankung erkannt worden, die einen Risikofaktor für die Entwicklung einer Depression darstelle.
Rund ein Viertel der Versicherten der LKK seien in dem Betrachtungszeitraum von einer psychischen Erkrankung im Bereich Depression/Ängste/Zwänge/Schmerzen/Essstörungen/Posttraumatische Belastungsstörung betroffen gewesen. Zudem liegen den Angaben zufolge bei der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG), dem zuständigen Sozialversicherungsträger für die Landwirtschaft, für die Jahre 2019 bis 2025 folgende Zahlen vor: Insgesamt habe es in dem Zeitraum 14.194 Rehamaßnahmen gegeben, davon sei in 1.579 Fällen die Diagnose psychische Störung und Verhaltensstörung angegeben worden.