Smart-Meter-Ausbau geht langsam voran
Berlin: (hib/NKI) Der gesetzlich vorgeschriebene, beschleunigte Einbau sogenannter Smart Meter (intelligente Strommessgeräte) geht in Deutschland langsam voran. Die Bundesnetzagentur hat zum 31. Dezember 2025 Ausstattungszahlen erhoben. Demnach seien von rund 4,7 Millionen Pflichteinbauten (z.um Beispiel bei über 6.000 kWh Jahresverbrauch oder steuerbaren Verbrauchseinrichtungen nach Paragraf 14a EnWG) rund 1,1 Millionen Einheiten mit intelligenten Messsystemen ausgestattet gewesen, was einer erreichten Ausstattungsquote in den Pflichteinbaufällen von 23,3 Prozent entspreche. Haushalte seien zu 5,5 Prozent mit Smart Metern ausgestattet. Das geht aus der Antwort (21/7996(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (21/7751(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) der AfD-Fraktion hervor.
Die Bundesnetzagentur erhebe derzeit neue Daten, Stand 30. Juni 2026. Mit einer Veröffentlichung sei im Laufe des Septembers 2026 zu rechnen, heißt es in der Antwort.
Die Bundesnetzagentur habe seit dem 27. März 2026 insgesamt 434 Verfahren gegenüber Unternehmen eingeleitet, die die gesetzlich festgelegte 20-Prozentquote in der relevanten Einbaugruppe für den Rollout von intelligenten Messsystemen zum 31. Dezember 2025 nicht eingehalten hätten. 108 Verfahren seien wieder eingestellt worden (Stand: 31. August 2026). In den Verfahren wurden Zwangsgelder zwischen 5.000 und 500.000 Euro angedroht, bislang seien jedoch noch keine Zwangsgelder festgesetzt worden.
Hintergrund ist das Gesetz zum Neustart der Energiewende von 2023, das nicht nur einen beschleunigten Ausbau von Smart Metern vorsieht, sondern auch einen verbindlichen Rollout-Fahrplan. Ziel ist es, bis zum Jahr 2030 eine digitale Infrastruktur von Messsystemen flächendeckend eingerichtet zu haben.
In Italien, Schweden, Frankreich, Spanien und den nordischen Staaten liegen die Quoten oft über 80 bis fast 100 Prozent, Deutschland hinkt beim Ausbau deutlich hinterher.