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Wissenschaftspreis 2021 geht an Dr. Benedikt Wintgens

Ausblick von der Kuppel auf dem Reichstagsgebäude

© DBT/Marcus Zumbansen

Der Deutsche Bundestag zeichnet Dr. Benedikt Wintgens für seine Dissertation „Treibhaus Bonn. Die politische Kulturgeschichte eines Romans“ mit dem Wissenschaftspreis 2021 aus. Die Studie untersucht am Beispiel des 1953 erschienenen Romans „Das Treibhaus“ von Wolfgang Koeppen die politisch-kulturellen Grundlagen von parlamentarischer Demokratie und gesellschaftlichem Pluralismus in der frühen Bundesrepublik.

Die Jury wählte die Dissertation von Benedikt Wintgens aus 38 Publikationen aus, da sich das Werk durch eine sehr hohe wissenschaftliche und sprachliche Qualität auszeichne und äußert spannend zu lesen sei. Herausragend sei die Auseinandersetzung mit den an den ersten Deutschen Bundestag geknüpften Erwartungen und Vorstellungen. Der Autor thematisiere dabei zahlreiche Aspekte der politischen Kultur, zum Beispiel das Leben und die Arbeitsbedingungen der Abgeordneten, aber auch die Architekturgeschichte der Parlamentsgebäude. Wintgens habe, so die Jury, bisher weniger beachtete Perspektiven auf die parlamen­tarische Geschichte aufgezeigt und dadurch zu einem besseren Verständnis von Parlamen­tarismus beigetragen.

Benedikt Wintgens, geb. 1978, studierte von 1998 bis 2004 Geschichte, Politikwissenschaft und Vergleichende Literaturwissenschaft in Bonn. Seit 2005 ist er Mitarbeiter der Kommission für die Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien (KGParl) in Berlin. Seit 2017 arbeitet Wintgens zudem als Lehrbeauftragter an der Universität Bonn. 2018 wurde er von der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn zum Dr. phil. promoviert.

Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble wird den Preis am 19. Mai dem Preisträger überreichen.

Der Wissenschaftspreis wurde vom Deutschen Bundestag 1989 aus Anlass seines 40-jährigen Bestehens eingeführt und wird seit 1997 im zweijährlichen Turnus verliehen. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und würdigt hervorragende wissenschaftliche Arbeiten, die zur Beschäftigung mit Fragen des Parlamentarismus anregen und zu einem vertieften Verständnis parlamentarischer Praxis beitragen.

Die unabhängige Jury, die im Auftrag des Bundestagspräsidenten die Auswahl trifft, besteht aus neun Professorinnen und Professoren des Staatsrechts, der Geschichtswissenschaft sowie der Politikwissenschaft. Ihre Arbeit endet mit der Legislaturperiode. Eine neue Jury wird jeweils zu Beginn einer Legislaturperiode vom Bundestagspräsidenten ernannt.

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