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Bundestagspräsident Schäuble verleiht Wissenschaftspreis an Dr. Benedikt Wintgens

Bundestagspräsident Schäuble hat den Wissenschaftspreis des Deutschen Bundestages an Dr. Benedikt Wintgens verliehen. Die Preisverleihung fand im Rahmen eines Gesprächs mit dem Bundestagspräsidenten, dem Preisträger sowie der Juryvorsitzenden Prof. Dr. Suzanne S. Schüttemeyer statt und wurde Studio des Parlamentsfernsehens aufgezeichnet.  

Der Historiker wurde für seine Dissertation „Treibhaus Bonn. Die politische Kulturgeschichte eines Romans“ ausgezeichnet. Die Studie untersucht anhand des 1953 erschienenen Romans „Das Treibhaus“ von Wolfgang Koeppen die politisch-kulturellen Grundlagen von parlamentarischer Demokratie und gesellschaftlichem Pluralismus in der frühen Bundesrepublik. Jurymitglied Prof. Dr. Herfried Münkler hob in seiner Laudatio hervor, dass dank Wintgens‘ Analyse „ wir in die Vergangenheit schauen und uns selbst begegnen. Ein größeres Lob ist für die Auszeichnung einer akademischen Studie mit dem Wissenschaftspreis des Deutschen Bundestages kaum möglich.“

Schäuble gratulierte dem Preisträger und würdigte die preisgekrönte Schrift als wichtigen Beitrag zur Erforschung des Parlamentarismus. Zur Bedeutung des Wissenschaftspreises hob er hervor: „Wir brauchen eine ständige Auseinandersetzung mit der Wissenschaft.“ In einer parlamentarischen Demokratie sei eine „richtige Balance zwischen Effizienz, Partizipation und Transparenz“ erforderlich. Anhand des Werkes des Preisträgers gelinge eine Diskussion darüber. „Dies zeigt, wie wichtig der Wissenschaftspreis ist.“

Hintergrund: Der Wissenschaftspreis wurde vom Deutschen Bundestag 1989 aus Anlass seines 40-jährigen Bestehens eingeführt und wird seit 1997 im zweijährlichen Turnus verliehen. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und würdigt hervorragende wissenschaftliche Arbeiten, die zur Beschäftigung mit Fragen des Parlamentarismus anregen und zu einem vertieften Verständnis parlamentarischer Praxis beitragen.

Die unabhängige Jury, die im Auftrag des Bundestagspräsidenten die Auswahl trifft, besteht aus neun Professorinnen und Professoren des Staatsrechts, der Geschichtswissenschaft sowie der Politikwissenschaft. Ihre Arbeit endet mit der Legislaturperiode. Eine neue Jury wird jeweils zu Beginn einer Legislaturperiode vom Bundestagspräsidenten ernannt.

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